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Mumienmaske („Büste“) einer Frau ("Stuckkopf")

Ident. Nr.: ÄM 11650

ObjID: obj:762210

Details (Expert)

Beteiligte
Heinrich Brugsch (18.2.1827 - 9.9.1894),
Grabungsleiter*in
Rudolf Mosse (8.5.1843 - 8.9.1920),
Mäzen*atin
Datierung
2. Jh. n. Chr.
Weitere Titel
Sammlungstitel: Mumienmaske („Büste“) einer Frau ("Stuckkopf")
Übersetzung: Mummy mask of a woman (“stucco head”)
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 50 x 24 x 31 cm

Objektbeschreibung

Die generelle Bezeichnung „Mumienmaske“ für die über 1200 Objekte dieser Art ist irreführend, da es sich bei diesen nicht um gesichtsbedeckende Masken, sondern um Büsten mit vollplastisch gearbeiteten Köpfen, Partien der Oberkörper sowie Händen handelt. Das Haar wurde, wie bei Frauen üblich, schwarz, das Gesicht hell und der Rosenkranz rot bemalt. Ihre Augen sind in Glas eingelegt. In diesem Fall wurden Nackenbereich, Hände, Brüste und Kranz separat gefertigt und anschließend montiert.
Die junge Frau ist mit angewinkelten Armen, deren Hände auf ihren Brüsten ruhen, abgebildet. In ihrer Rechten ist eine Handgirlande oder ein Kranz zu erkennen, der aus Rosenblütenblättern gesteckt wurde. Das volle Gesicht mit den eingelegten Glasaugen, dem kleinen Mund und dem Doppelkinn strotzt vor Vitalität. Über der Stirn sind kurze, leicht gelockte Haare erkennbar, die wie ein Rahmen wirken, dessen Abschluss die tropfenförmig verdickten Partien an den Schläfen bilden. Das schwarze, in Wellen ondulierte Haar ist zudem durch einen Mittelscheitel geteilt und wird hinter den Ohren in einer Art Melonenfrisur zusammengefasst. Auf dem Hinterkopf sitzt ein großes, rundes, flaches, spiralförmiges Flechtennest. Diese Steckfrisur wurde durch eine lange Haarnadel gehalten, wie entsprechende Löcher im Stuck belegen. Unterhalb davon findet sich in der Nackenzone eine aufgebahrte Mumie auf einer Kline, flankiert von den trauernden und zugleich schützenden Göttinnen Isis und Nephthys.
Die fertige Maske verband man mit einem Kopfteil aus Kartonage oder Holz, welches das Oberteil der Mumie manschettenartig umschloß, in einigen Fällen sicher auch direkt mit der Mumie. Dadurch entstand der Eindruck einer liegenden Frau mit einem erhobenen Kopf, der ein lebendiges Äußeres suggeriert. Ein derartiges Arrangement ist für das Berliner Stück anhand von drei, ehemals vier Löchern nachgewiesen.
(Jana Helmbold-Doyé)

Letzte Aktualisierung: 04.09.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Hor-chebt, Priester der Isis

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Die Statue ist in sitzender Position auf einem massiven, blockhaften Stuhl wiedergegeben. Sie trägt ein bis zu den Knöcheln reichendes, glattes Gewand, das keine weiteren Details erkennen lässt. Oberkörper und Füße sind heute leider verloren, die erhaltene Oberfläche wurde teilweise stark beschädigt. Beide Unterarme ruhen auf dem Schoß mit noch in Ansätzen erhaltenen Händen, der Dargestellte hielt einst ein heute nahezu völlig zerstörtes, göttliches Emblem vor sich, den Inschriften nach zu urteilen wohl eine Manifestation einer der in den Hieroglypheninschriften genannten Gottheiten. Die somit als theophor zu bezeichnende Statue ist daher in den Kontext einer Tempelstiftung zu verorten. An beiden Seiten des Sitzes befinden sich jeweils vier Zeilen eines eingravierten Hieroglyphentexts, während die Sockelzone und der oberhalb der niedrigen Rückenlehne ansetzende, schmale Rückenpfeiler unbeschriftet geblieben sind. Die Inschrift der linken Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Osiris-den-Herrscher, zu-Gast-im-Fayûm, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters der Isis, Wärters des Horus, Priesters der Bastet (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“ Die Inschrift der rechten Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Sobek von Schedet, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters des Sobek-Horus, Dieners im Tempel-Sanktuar, berichterstattenden Priesters, der seinen Herrn ankleidet im Tempel von Krokodilopolis (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“Ein lokaler Priester namens Hor-achbit hat also nach Auskunft der Inschriften diese Statue gestiftet. Er war den Titeln gemäß für zahlreiche Gottheiten zuständig, wenn auch Ämterhäufungen in der Spätzeit nicht unbedingt der Realität entsprochen haben müssen und jene vielleicht teilweise eher Rang- denn Amtstitel waren. Priester der Isis, als Mutter des Sobek von Schedet, sind im Fayûm nur äußerst selten belegt. Auch für Bastet-Priester sind nur zwei weitere Belege vorhanden, so dass diese Statue eine wichtige Quelle für das spätzeitliche Kultgeschehen im Fayûm darstellt, zumal wir vom Haupttempel von Schedet in dieser Zeit nicht allzuviel wissen. Hor-achbit selbst ist aus anderen Quellen übrigens bislang nicht bekannt.Die Nennung von Schedet als Kultort einer Lokalform des krokodilgestaltigen Gottes Sobek verweist dabei auf die ursprüngliche Aufstellung. In diesem Ort im Fayûm, griechisch Krokodilopolis, heute Medinet al-Fayûm, wurde die Statue von Heinrich Brugsch gefunden. Dies spricht dafür, dass sie einst in den Ortstempel des lokalen Sobek in der Hauptstadt des Fayûm gestiftet worden sein dürfte(Jan Moje)