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Bauchauflage einer Mumie

Ident. Nr.: ÄM 11744

ObjID: obj:762500

Details (Expert)

Beteiligte
Heinrich Brugsch (18.2.1827 - 9.9.1894),
Grabungsleiter*in
Rudolf Mosse (8.5.1843 - 8.9.1920),
Mäzen*atin
Datierung
Ptolemäerzeit
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bauchauflage einer Mumie
Übersetzung: cartonnage, part of a mummy case
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 36 x 29 x 4 cm

Objektbeschreibung

Dieses Bauchstück einer Mumienhülle stammt aus der Nekropole von Hawara im südöstlichen Fayûm, wo Heinrich Brugsch im März 1892 gegraben und mehrere Mumienauflagen geborgen hatte, die alle in die Ptolemäerzeit datiert werden können.
Aufgrund seiner Maße gehörte die Bauchauflage zu der Mumie eines Erwachsenen. Analog zu Darstellungen auf Leichentüchern aus dieser Zeit, sind die einzelnen Motive symmetrisch in rechteckigen, mehrreihig übereinander angeordneten Feldern arrangiert und in ihrer Bedeutung ausnahmslos der altägyptischen Mythologie entlehnt.
Charakteristisch sind für das ptolemäerzeitliche Fayûm sind Masken mit büstenartigem Oberteil aus stuckierter Kartonage sowie separate Auflagen im Bereich der Brust, des Bauches und der Beine. Diese lagen in einigen Fällen unter reich bebilderten Leichentüchern und wurden entweder aus Papyrus oder Textilien gepresst, stuckiert und bemalt. Die einzelnen Komponenten wurden neben der Bemalung mitunter sogar vergoldet. Allerdings kann es sich hierbei in vielen Fällen auch um eine in moderner Zeit vorgenommene Maßnahme von Seiten der Händler handeln, um den Verkaufswert zu steigern. Mumienhüllen dieser Art stellen eine Spätform der anthropoiden Särge und Mumien pharaonischer Zeit dar, welche im Zuge der hellenistischen Ägyptomanie besonders im rituellen Kontext wieder auflebte. Die Bauchauflage beschützt den Verstorbenen magisch wie einen Sarg, was alle darauf erkennbaren mythologischen Darstellungen bezeugen.
(Jana Helmbold-Doyé)

Letzte Aktualisierung: 04.09.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).