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Rollsiegel mit einer Kartusche Amenemhets II.

Ident. Nr.: ÄM 15134

ObjID: obj:764908

Details (Expert)

Beteiligte
Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938)
Datierung
Ammenemes II. (Amenemhet II.)
Datierung engl.: Amenemhet II
Weitere Titel
Sammlungstitel: Rollsiegel mit einer Kartusche Amenemhets II.
Übersetzung: Cylinder seal bearing the cartouche of Amenmhet II
Geografische Bezüge
Material / Technik
Stein (Material); glasiert
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 1,8 x 0,8 cm

Objektbeschreibung

Die Herausbildung der Schrift ist eine der wichtigsten Errungenschaften der Frühzeit (4.–3. Jtsd. v. Chr.) in Ägypten. Schrift wurde zunächst vorwiegend für kurze Notierungen in Form von Personen- und Ortsnamen sowie Produktbezeichnungen verwendet. Sie war daher vor allem für die Administration, Rituale und den Königskult von großer Bedeutung. Neben eingeritzten oder mit Tinte beschrifteten Beintäfelchen und Gefäßaufschriften sind spätestens in der 2. Dynastie (ca. 2800–2700 v. Chr.) erstmals sogenannte Rollsiegel belegt, die aus Holz, Bein oder Stein gefertigt wurden. Die Inschrift ist jeweils in die Oberfläche eingeschnitten. Die Siegel wurden sehr wahrscheinlich auf noch feuchtem Ton abgerollt, mit dem Gefäße, Kisten etc. versiegelt wurden. Während die Abdrücke und Abrollungen häufig belegt sind, gibt es nur wenige Siegel, die aus archäologisch dokumentierten Befunden stammen.
(R. Kuhn)

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).