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Gefäß mit floralem Dekor

Ident. Nr.: ÄM 20105

ObjID: obj:765503

Details (Expert)

Beteiligte
Paul Wrede (1878–1934),
Mäzen*atin
Datierung
19.–20. Dynastie
Geografische Bezüge
Material / Technik
Silber (Material / Metall)
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 12 x 7 x 7 cm

Objektbeschreibung

Bereits 1910 schenkte der Regierungsbaumeister und Architekt Paul Wrede dem Museum das unvollständig erhaltene Silbergefäß.
In den über 100 Jahren, in denen sich das Objekt in der Sammlung befindet, hat es eine oder mehrere Restaurierungsmaßnahmen erfahren, über die jedoch keine Dokumentationen vorhanden sind. Ein ganz massiver Eingriff stellte eine großflächige Ergänzung mit Gips dar, die zur Verfälschung des Objektes geführt hat. Durch diese Ergänzung wurde das Gefäß zu einer Flasche mit rundem Boden verändert. Neben der Verfälschung der Form ist die Verwendung von Gips auf archäologischen Metallobjekten nicht fachgerecht. Im Zuge der Restaurierungsmaßnahmen in den Jahren 2014–2017 wurden alle Altrestaurierungsmaterialien entfernt und die originalen Fragmente reversibel aneinandergefügt, so dass nun das komplette Profil des Gefäßes lesbar ist. Obwohl von dem Gefäß nur wenige Fragmente vorhanden sind, ist deutlich erkennbar, dass es sich um ein bemerkenswertes Objekt handelt. Allein das Material Silber verweist auf einen Luxusgegenstand.
Trotz fehlender Provenienz kann heute deren Herkunft rekonstruiert werden. Wir können uns sicher sein, dass sie zu einem Schatzfund gehören, der in dem heutigen Ort Zagazig, auch Tell Basta genannt, dem antiken Bubastis, im östlichen Delta gefunden wurde. Es lassen sich drei Funddaten nennen, von denen zwei nur wenig Tage voneinander entfernt liegen: der 22. September 1906 und 17. Oktober 1906. Inzwischen ist ein weiterer Hortfund dazugekommen der am 9. April 1992 zu Tage gefördert wurde. Wie die amerikanische Ägyptologin Christine Lilyquist durch umfangreiche Nachforschungen aufzeigen konnte, gehören wahrscheinlich alle Berliner Stücke zu dem Konvolut, das bereits am 22.9.1906 entdeckt wurde.
Die dort gefundenen zahlreiche Gefäße weisen die gleichen Formen, Dekorationselemente und zeitgleiche Inschriften auf. Diese Objekte sind heute auf die Ägyptischen Sammlungen in Berlin, Kairo und New York verteilt. Es handelt sich dabei v.a. um Krüge, Becher, Flaschen, Siebe und Schalen. Damit haben wir ein königliches Tafelservice vor uns, das mit Wein in Verbindung steht. Dieser wurde in den Krügen serviert, nachdem er mit den Sieben gefiltert wurde, und anschließend aus den Bechern getrunken. Solch prunkvolles Geschirr wurde nur im Zuge von Festen verwendet.
Eines der Gefäße aus dem Schatzfund ist das hier abgebildete geschlossene Silbergefäß (ÄM 20105). Es ist im Bauchbereich mit einem herzblattförmigen Motiv dekoriert, das schuppenartig ineinander greift und bei dem es sich um die stilisierte Wiedergabe von Weinblättern handelt. Im Halsbereich sehen wir ebenfalls ein florales Dekor, zu dem auch Lotosblütenblätter gehören – das Symbol für die Regeneration im Alten Ägypten schlechthin.
(Jana Helmbold-Doyé)

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Hor-chebt, Priester der Isis

Statuette des Hor-chebt, Priester der Isis

Die Statue ist in sitzender Position auf einem massiven, blockhaften Stuhl wiedergegeben. Sie trägt ein bis zu den Knöcheln reichendes, glattes Gewand, das keine weiteren Details erkennen lässt. Oberkörper und Füße sind heute leider verloren, die erhaltene Oberfläche wurde teilweise stark beschädigt. Beide Unterarme ruhen auf dem Schoß mit noch in Ansätzen erhaltenen Händen, der Dargestellte hielt einst ein heute nahezu völlig zerstörtes, göttliches Emblem vor sich, den Inschriften nach zu urteilen wohl eine Manifestation einer der in den Hieroglypheninschriften genannten Gottheiten. Die somit als theophor zu bezeichnende Statue ist daher in den Kontext einer Tempelstiftung zu verorten. An beiden Seiten des Sitzes befinden sich jeweils vier Zeilen eines eingravierten Hieroglyphentexts, während die Sockelzone und der oberhalb der niedrigen Rückenlehne ansetzende, schmale Rückenpfeiler unbeschriftet geblieben sind. Die Inschrift der linken Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Osiris-den-Herrscher, zu-Gast-im-Fayûm, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters der Isis, Wärters des Horus, Priesters der Bastet (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“ Die Inschrift der rechten Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Sobek von Schedet, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters des Sobek-Horus, Dieners im Tempel-Sanktuar, berichterstattenden Priesters, der seinen Herrn ankleidet im Tempel von Krokodilopolis (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“Ein lokaler Priester namens Hor-achbit hat also nach Auskunft der Inschriften diese Statue gestiftet. Er war den Titeln gemäß für zahlreiche Gottheiten zuständig, wenn auch Ämterhäufungen in der Spätzeit nicht unbedingt der Realität entsprochen haben müssen und jene vielleicht teilweise eher Rang- denn Amtstitel waren. Priester der Isis, als Mutter des Sobek von Schedet, sind im Fayûm nur äußerst selten belegt. Auch für Bastet-Priester sind nur zwei weitere Belege vorhanden, so dass diese Statue eine wichtige Quelle für das spätzeitliche Kultgeschehen im Fayûm darstellt, zumal wir vom Haupttempel von Schedet in dieser Zeit nicht allzuviel wissen. Hor-achbit selbst ist aus anderen Quellen übrigens bislang nicht bekannt.Die Nennung von Schedet als Kultort einer Lokalform des krokodilgestaltigen Gottes Sobek verweist dabei auf die ursprüngliche Aufstellung. In diesem Ort im Fayûm, griechisch Krokodilopolis, heute Medinet al-Fayûm, wurde die Statue von Heinrich Brugsch gefunden. Dies spricht dafür, dass sie einst in den Ortstempel des lokalen Sobek in der Hauptstadt des Fayûm gestiftet worden sein dürfte(Jan Moje)