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Hieratischer Papyrus mit der Lebensgeschichte des Sinuhe, Text B und R

Ident. Nr.: P 3022/A-I

ObjID: obj:779872

Details (Expert)

Weitere Titel
Sammlungstitel: Hieratischer Papyrus mit der Lebensgeschichte des Sinuhe, Text B und R
Übersetzung: Hieratic papyrus with the life story of Sinuhe, text B and R
Geografische Bezüge
Material / Technik
Papyrus (Material); beschriftet
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 17 x 499,3 x 0,02 cm (gesamt)

Objektbeschreibung

Dies ist der berühmte Text der Lebensgeschichte des Sinuhe. Dieser Text gehörte zur klassischen Literatur des Alten Ägypten in mittelägyptischer Sprache. Die Autobiographie des Sinuhe (Sohn der Sykomore) gehört zu den sprachlich reichsten Literaturwerken Ägyptens und hatte einen festen Platz in der Schulliteratur des Neuen Reiches. Die Handlung spielt im Mittleren Reich, aufgeschrieben wurden die Erlebnisse des Sinuhe im Ausland erst etwa 200 Jahre später auf einer für die frühere Epoche typischen schmalen Papyrusrolle in senkrechten und in den später üblichen waagerechten Zeilen. Sinuhe war ein königlicher Haremsbeamter und Gefolgsmann auf Feldzügen. Er wird zufällig Zeuge, als ein Bote dem Kronprinzen und Mitregenten Sesostris die Nachricht vom Tode seines Vaters Amenemhet I. bringt, der einer Verschwörung zum Opfer gefallen war. Als hoher Beamter fürchtete Sinuhe offensichtlich, der Mitwisserschaft verdächtigt zu werden, und flieht nach Palästina. Dort findet er freundliche Aufnahme bei dem Fürsten von Jaa, denn Sinuhes großes Ansehen am ägyptischen Hof war über die Grenzen hinweg bekannt. Der Fürst verheiratet ihn mit seiner Tochter und übergibt ihm die schönsten Länder seines Herrschaftsgebiets. Als Befehlshaber führt Sinuhe die Truppen und kehrt aus jedem Feldzug mit reicher Beute heim. Seine Erfolge wecken Neid und führen schließlich zum Zweikampf mit einem Nachbarn, den Sinuhe gewinnt. In Frieden und Wohlstand verbringt Sinuhe seine Jahre, doch seine Sehnsucht nach der Heimat wird immer stärker. Ein Brief des Pharaos Sesostris I. ruft ihn nach Ägypten zurück. Ein großartiger Empfang wird Sinuhe an der Grenze bereitet und er darf seinen Lebensabend mit besonderen Privilegien in Ägypten verbringen.
I. Müller

Letzte Aktualisierung: 20.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).