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Die italienische Komödie

Ident. Nr.: 470

ObjID: obj:869369

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Jean Antoine Watteau (1684-1721),
Maler*in
Datierung
Ausführung: 1716/17
Systematik/Art
Weitere Titel
Sammlungstitel: Die italienische Komödie
Übersetzung: The Italian Comedy
Geografische Bezüge
Herstellungsort: Paris,
Stadt
Material / Technik
Leinwand
Abmessungen
Bildmaß: 38,5 x 49,1 cm
Erwerbung
1829/30 Überweisung aus den Königlich Preußischen Schlössern

Objektbeschreibung

Watteau kam erst 1702 nach Paris und wurde 1712 »agréé« der Académie royale de peinture et de sculpture. Erst 1717 lieferte er das Gemälde Pilgerzug zur Insel Kythera (Paris, Musée du Louvre) als sein obligatorisches Aufnahmestück ab, mit dem die Académie die von ihm erfundene Bildgattung der »fêtes galantes« offiziell bestätigte. Viele seiner Bilder lassen heute ihre ursprüngliche malerische Qualität kaum noch erkennen, weil Watteau maltechnisch nicht sehr sorgfältig gearbeitet hat. Die beiden Berliner Theaterbilder Die französische Komödie (Kat.Nr. 468) und Die italienische Komödie sind dagegen außergewöhnlich gut erhalten, sodass sie zu den schönsten Beispielen seiner Kunst gehören. Ihre Titel und damit einen Hinweis auf ihre Zusammengehörigkeit als Gegenstücke verdanken sie den Reproduktionsstichen von Charles-Nicolas Cochin d. Ä. von 1734. Friedrich der Große kaufte beide Bilder vor 1769 für seine Galerie in Sanssouci. Sie wurden bereits 1829 an die neue Gemäldegalerie nach Berlin abgegeben. [...] 
Die italienische Komödie ist die einzige nächtliche Szene, die Watteau gemalt hat. Zwölf Schauspieler der Commedia dell’arte haben sich ebenfalls auf einer Lichtung versammelt. In der Mitte steht Pierrot mit der Gitarre, neben ihm Colombine (mit der Maske) und Isabella, die sich dem alten Pantalone zuwendet. Rechts neben Pierrot folgen Harlekin mit einer Gebärde des Erschreckens, Pulcinella (?), Mezzetin mit einer Fackel, der Doktor Marcisino, auf einen Stock gestützt, und Scaramuccia.
Watteau habe, so heißt es in der Ankündigung der Reproduktionsstiche von 1734, in diesem Bild seine kostümierten Freunde gemalt. Deshalb ist in ihm wohl eine Art Schlussszene, ein »Vaudeville« aller Aufführungen, zu sehen, in denen Watteau Charaktere der italienischen Komödie und die nächtliche Stimmung, also die Illusion des Theaters und der Wirklichkeit, verschmolzen hat. Zu beiden Bildern gibt es zahlreiche Vorzeichnungen. Henning Bock | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2019
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Watteau arrived in Paris only in 1702, and was “agréé” (approved) by the Académie royale de peinture et de sculpture in 1712. Only in 1717 did he deliver his Pilgrimage to Cythera (Paris, Musée du Louvre) as his obligatory reception piece, in relation to which the Académie recognised the pictorial genre of the “fêtes galantes”, originated by Watteau. Since this artist’s working technique was not especially meticulous, the original painterly quality of many of his pictures is barely recognizable. Despite this, the two Berlin theatre pictures The French Comedy (cat. no. 468) and The Italian Comedy are extraordinarily well preserved, and are among the most beautiful exemplars of his art. They owe their titles, and hence a reference to their relatedness as pendants, to a pair of reproductive engravings by Charles-Nicolas Cochin the Elder from 1734. Frederick the Great purchased both pictures before 1769 for his gallery in Sanssouci. In 1829, they were delivered to the new Gemäldegalerie in Berlin. [...] 
The Italian Comedy is the only nocturnal scene Watteau painted. Twelve actors from the Commedia dell’arte have gathered, also in a clearing. Standing at the centre with a guitar is Pierrot, and alongside him Colombine (with the mask) and Isabella, who turns towards the old Pantalone. On the right next to Pierrot, we see Harlequin in an attitude of alarm, Pulcinella (?), Mezzetin with a torch, the doctor Marcisino, who supports himself with a cane, and Scaramuccia. In this picture (as we read in the announcement accompanying the engraved reproduction of 1734), Watteau painted his costumed friends. It can therefore be regarded as a kind of final scene, a “vaudeville” of all performances, in which Watteau has fused characters from the Italian comedy with the nocturnal atmosphere, which is to say the illusion of the theatre and of reality. Numerous preparatory drawings for both pictures have survived. Henning Bock | 200 Masterpieces of European Painting - Gemäldegalerie Berlin, 2019

Letzte Aktualisierung: 24.09.2026

Kontakt

Einrichtung:

Gemäldegalerie

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Zwei Marktfrauen und ein Junge mit Geflügel und Gemüse

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Von den bedeutenderen Meistern des Bologneser Spätmanierismus (O. Samacchini, L. Sabatini, P. Fontana) war Bartolomeo Passarotti zweifellos der fortschrittlichste, derjenige, der am deutlichsten Stilelemente der Carracci vorwegnahm. Agostino Carracci war zeitweilig sein Schüler, Annibale Carracci wurde in seiner Frühzeit stark von ihm beeinflusst. Passarotti hat in Rom bei Taddeo Zuccari gearbeitet (1551), stand aber andererseits in der Tradition des Bologneser Manierismus (Pellegrino Tibaldi) und wurde auch von Parmigianino und Niccolò dell`Abate beeinflusst. Sein Oeuvre besteht aus drei Komplexen: Altarbilder, Porträts und Genrebilder. Die Altarbilder befinden sich ausnahmslos noch am Ort, in Kirchen Bolognas und der Emilia sowie im Museum von Bologna. Besonders berühmt war Passarotti als Porträtmaler. 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Im Hintergrund ferner eine Stange, an der, mit einem Band befestigt, ein Schild hängt, auf dem der Buchstabe P (= Pollaiolo [Geflügel-Verkäufer], aber wohl auch das Monogramm des Künstlers) steht. In der rechten Bildhälfte sieht man eine bildeinwärts gerichtete junge Frau mit ihrem Jungen. Es bleibt unklar, ob sie eine Kundin oder eine zweite Verkäuferin ist. Das Halsband aus roten Steinen und der relativ aufwendige, schleierartige Überhang deuten wohl eher auf eine Kundin hin. Ihr verlorener Blick aus den Augenwinkeln geht am Betrachter vorbei. Sie schmiegt ihr Kind mit dem linken Arm an sich (sie greift in sein Haar), vielleicht will sie den Jungen, der gerade mit der Hand nach einem Kürbis greift, zurückhalten. Im Vordergrund unten ein Korb (oder eine Karre) prallgefüllt mit Zwiebeln und Kürbissen.Die Figuren und der stilllebenhaft arrangierte Kürbishaufen sind eng ins Bildfeld eingepasst. 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Ansicht von Nijmegen

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Rechts über dem Ufer der Waal erhebt sich die Stadt Nijmegen mit dem charakteristischen viereckigen Turm des Valkenhofs. Stadtansichten nehmen im OEuvre van Goyens einen breiten Raum ein, wobei der viel gereiste Künstler sich motivisch auf seine Skizzenbücher stützen konnte. Trotzdem erheben seine äußerst naturgetreu anmutenden Schilderungen keinen Anspruch auf topografische Exaktheit. Der Raum wird perspektivisch durch den diagonal in die Bildtiefe verlaufenden Fluss erschlossen, ein für Goyen typisches Konstruktionsprinzip. Zusammengehalten wird die Komposition durch die atmosphärische, auf Gelb-, Braun- und Grüntönen basierende Farbigkeit. Ebenso wird der Schilderung des Himmels große Aufmerksamkeit geschenkt.| Prestel-Museumsführer - Gemäldegalerie Berlin, 2017SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. an der Fähre: vGOYEN 1649________________________________________________________________________________________________________________________________________The town of Nijmegen with the landmark square tower of the Valkenhof rises above the right bank of the Waal. Town views are a major theme in van Goyen’s work; he travelled a great deal, and was able to rely on his sketch-books for material. Nevertheless, though his pictures seem extremely lifelike, they make no claims to topographical precision. The space is opened up in terms of perspective by the river, which runs diagonally into the depths of the picture, a typical structural principle for van Goyen. The composition is held together by the atmospheric colouring, based on shades of yellow, brown and green. A great deal of attention is also paid to the presentation of the sky.| Prestel Museum Guides - Gemäldegalerie Berlin, 2019

Lustige Gesellschaft auf einer Terrasse

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Der aus Südtirol stammende, in den 1720er und 1730er Jahren an der Wiener Akademie ausgebildete und dort arbeitende Johann Georg Platzer orientierte sich an den Antwerpener Kleinmeistern des 17. Jahrhunderts sowie an der Pariser Malerei des 18. Jahrhunderts. Er schuf vorrangig Feinmalereien auf Kupfer, bei denen es sich häufig um beliebte Objekte für anspruchsvolle Kunstkammern handelte. Dazu muss auch das wohl in die Wiener Zeit zu datierende Berliner Gemälde gezählt werden. Es ist ein typisches Beispiel für Platzers in leuchtenden Farben mit feinem Pinsel auf dünner Grundierung ausgeführte Gesellschaftsstücke mit ihren dicht gefüllten Bildräumen.Eine heitere Gesellschaft bevölkert einen durch die Staffageearchitektur rechts und den Brunnen links begrenzten Garten. Links im Vordergrund reicht ein sitzender junger Kavalier  das eben gefüllte Weinglas der neben ihm stehenden Dame, die einen auffälligen, aus einem Blumenkranz, einer Feder und einem transparenten Schleier bestehenden Kopfputz trägt. Ein Knabe bietet dem Paar Früchte in einer reich verzierten Schale dar. Insbesondere die aufgeschnittene Melone verdeutlicht die darin enthaltene Einladung zum sinnlich erotischen Genuss. Hinter der Stuhllehne erhebt ein weiterer Mann scheinbar mahnend den Zeigefinger. Beobachtet wird dieses Geschehen von zwei im zentralen Bogen der Gartenarchitektur stehenden Männern.Frisuren und Kostüme sind nicht zeitgenössisch, sondern scheinen sich an solche der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts anzulehnen. Mit seinem Berliner Bild verweist Platzer auf Genrebilder mit musizierenden, tanzenden und trinkenden Paaren im Freien vor allem der flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts (zum Beispiel Rubens' "Liebesgarten" im Prado, Madrid). Mit diesem in seinem Werk regelmäßig auftretenden inhaltlichen und formalen Rückbezug auf eine frühere Blütezeit der Malerei apelliert der Künstler an den Geschmack einer Sammlerschicht, die mit der Bildsprache dieser Vorbilder vertraut war.In Format und Bildaufbau offenbart das Berliner Bild enge Verwandtschaft zu den ebenfalls in die Wiener Zeit zu rechnenden Pendants "Allegorie des Gehörs" und "Allegorie des Geschmacks" (Graz, Alte Galerie am Landesmusem Joanneum). Zudem ähneln Kleid und Kopfputz der Frauenfigur jenen einer ebenfalls in Graz bewahrten "Tamburinschlägerin mit Flöte spielendem Kavalier". Krapf (2014) ordnet die angeführten Werke innerhalb Platzers Werk in die Gruppe der frühen Konversationsstücke ein.