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Doppelpokal aus dem Lüneburger Ratssilber

Ident. Nr.: 1874,385

ObjID: obj:884464

Details (Expert)

Beteiligte
Claus Harders (Meister 1572, gest. um 1610),
Goldschmied*in
Datierung
1585
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 69 x 20 cm (Einzelhöhen 36,5 und 35 cm)
Gewicht: 2606 g

Objektbeschreibung

Schäfte in Teilen gegossen. Marken auf beiden Fußoberseiten. – Fußbereich eines Teils stark beschädigt.
Gefäß aus zwei in Form und Dekor vollkommen übereinstimmenden, ineinandersteckbaren Teilen. Streng horizontal gegliederter Aufbau und durch Wechsel glatt-gebuckelter mit dicht ornamentierten Partien aufgelockerte, Licht- und Schattenspiel belebende Konturen. Dreifach getreppter Fußrand, auf steiler Wölbung Schweifwerk mit muschelförmigen Einrollungen, drei Köpfen in Kartuschen und Früchten. Wulstförmiges, durch kräftige Einschnürung abgesetztes, aus glatten Längsbuckeln und Beschlagwerkornament gebildetes Fußoberteil. Schafttrommel mit Eierstabmuster, Wellenbändern und Zungenkranz, Vasenknauf mit drei Köpfen in Schweifwerk und drei grotesken Spangen. Kuppa entsprechend dem Fuß gestaltet, Dekor am Oberteil abgewandelt, darin Wappenkartuschen. Auf der zylindrischen Kelchmündung – auch dies bei beiden Teilen übereinstimmend – gravierter Rankendekor mit Inschrift: DER SEGEN DES HERN MACHET REICH OHNE ALLE MÜHE HINRICH KRÖGER AO 1585.
Einer verbreiteten, von Wenzel Jamnitzer geprägten Pokalform folgend, stellt das Stück mit seinen gelängten Proportionen, der überlastig wirkenden, deutlich breiter als der Fuß angelegten Kuppa und dem einheitlichen, flach reliefierten Dekor eine für das ausgehende Jahrhundert charakteristische Stilstufe dar. Dokumentiert ist sie durch einen Entwurf Georg Wechters d. Ä. aus einer 1579 erschienenen Serie. Der hier stark ausgebildete Schweifwerkdekor findet sich allerdings bei unserem Pokal in nur vergröberter Form (vgl. Inv. Nr. 1874,382).

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Konfektschale mit Hirsch im Gehege in Distel- und Eichenkranz aus dem Lüneburger Ratssilber

Konfektschale mit Hirsch im Gehege in Distel- und Eichenkranz aus dem Lüneburger Ratssilber

Hirsch, Eichenkranz sowie Figürchen und Blätter im Schalengrund gegossen. Schalenrand gesondert gearbeitet. Fußrand und -zarge, Schalenrand, innerer Rand der Schalenbuckel, Reliefs des Fonds sowie Mittelteil mit Ausnahme des Hügels vergoldet. Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails, Schale mit einer Art Bajonettverschluß am Fuß befestigt. Ein Schalenbuckel beschädigt.Schalenkörper in der Grundform und der Art des Dekors dem des vorhergehenden Stückes nahe verwandt, Wölbungen flacher, Umzäunung des Hügels abweichend, Hirsch wohl nach demselben Modell gegossen. Sechspassiger, breitrandiger und gebuckelter Fuß, Zarge mit durchbrochenen Vierpässen in Rauten. Gedrehter Schaft aus mehreren Reihen gegenläufig angeordneter und miteinander verschränkter Fischblasenbuckel. Schale durch 14 Halbbuckel gegliedert, Rand gekehlt und profiliert. Auf dem gepunzten Fond getriebenes, aus einem Stamm entspringendes Astwerk, darum herum aufgelegte Akanthuswedel, Hirsche, Hunde und ein Jäger mit Spieß und Jagdhorn. In gekehlten Stufen hochgewölbtes Mittelteil, bekrönt von einem liegenden Hirsch auf einem Hügel mit Flechtwerkzaun, Türchen und Vorhängeschloß. Auf den Stufen ein Distel- und ein von acht Rosetten gehaltener Eichenkranz.Die beiden am Zaun befestigten emaillierten Wappen gehören Cord Lange (gest. 1506) und seiner Frau Ghebeke Schomaker (gest. 1502). Die Stiftung an den Rat dürfte noch zu Lebzeiten des Bürgermeisters erfolgt sein. Sehr wahrscheinlich entstand das Stück in derselben Werkstatt wie Inv. Nr. 1874,395, gehört aber mit seinem gedrehten Schaft – in der ungefügen, quellenden Buckelung technisch offenbar noch nicht beherrscht – einer späteren stilistischen Phase an .