Logo

Kabinettschränkchen in Gestalt eines Danziger Schapps

Ident. Nr.: W-1980,60

ObjID: obj:884881

Details (Expert)

Datierung
um 1700
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 36 x 23 x 11 cm

Objektbeschreibung

Das kostbar ausgestattete Miniaturmöbel birgt in seinem Inneren eine Spiegelnische und elf mit Bernstein belegte Schubladen, in denen sich verschiedene Schreib- und Spielutensilien befinden; ein Schubfach ist mit Tintenfässchen und Streusandbüchse ausgestattet. Die Sockelschublade enthält Spielfelder für Mühle, Dame, Schach und Tric-Trac. Die Bekrönung des Schränkchens bildet eine vollplastische in Bernstein gearbeitete Venus-Amor-Gruppe und auch die vor Ebenholz kontrastierten feinen Elfenbeinreliefs der Türfelder und Schmalseiten zeigen Paare der antiken Mythologie.
Als Vorbild für die architektonische Gestaltung des Schränkchens diente der Danziger Dielenschrank - ein weithin bekannter, mächtiger Schranktyp („Schapp”), der hier durch Miniaturisierung in ein Kunstkammerstück verwandelt wurde.
ASt

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Konfektschale mit Hirsch im Gehege in Distel- und Eichenkranz aus dem Lüneburger Ratssilber

Konfektschale mit Hirsch im Gehege in Distel- und Eichenkranz aus dem Lüneburger Ratssilber

Hirsch, Eichenkranz sowie Figürchen und Blätter im Schalengrund gegossen. Schalenrand gesondert gearbeitet. Fußrand und -zarge, Schalenrand, innerer Rand der Schalenbuckel, Reliefs des Fonds sowie Mittelteil mit Ausnahme des Hügels vergoldet. Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails, Schale mit einer Art Bajonettverschluß am Fuß befestigt. Ein Schalenbuckel beschädigt.Schalenkörper in der Grundform und der Art des Dekors dem des vorhergehenden Stückes nahe verwandt, Wölbungen flacher, Umzäunung des Hügels abweichend, Hirsch wohl nach demselben Modell gegossen. Sechspassiger, breitrandiger und gebuckelter Fuß, Zarge mit durchbrochenen Vierpässen in Rauten. Gedrehter Schaft aus mehreren Reihen gegenläufig angeordneter und miteinander verschränkter Fischblasenbuckel. Schale durch 14 Halbbuckel gegliedert, Rand gekehlt und profiliert. Auf dem gepunzten Fond getriebenes, aus einem Stamm entspringendes Astwerk, darum herum aufgelegte Akanthuswedel, Hirsche, Hunde und ein Jäger mit Spieß und Jagdhorn. In gekehlten Stufen hochgewölbtes Mittelteil, bekrönt von einem liegenden Hirsch auf einem Hügel mit Flechtwerkzaun, Türchen und Vorhängeschloß. Auf den Stufen ein Distel- und ein von acht Rosetten gehaltener Eichenkranz.Die beiden am Zaun befestigten emaillierten Wappen gehören Cord Lange (gest. 1506) und seiner Frau Ghebeke Schomaker (gest. 1502). Die Stiftung an den Rat dürfte noch zu Lebzeiten des Bürgermeisters erfolgt sein. Sehr wahrscheinlich entstand das Stück in derselben Werkstatt wie Inv. Nr. 1874,395, gehört aber mit seinem gedrehten Schaft – in der ungefügen, quellenden Buckelung technisch offenbar noch nicht beherrscht – einer späteren stilistischen Phase an .