Sturzbecher in Gestalt eines Mönches
Ident. Nr.: W-1971,71
ObjID: obj:889368
Kontakt
Einrichtung:
Kunstgewerbemuseum
E-Mail:
kgm@smb.spk-berlin.deFotonachweis: Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / Verena Wasmuth Public Domain Mark 1.0
Fotonachweis: Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / Verena Wasmuth Public Domain Mark 1.0
Fotonachweis: Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / Verena Wasmuth Public Domain Mark 1.0
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- Ausführung: 1720-1736
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Glas in Hilfsmodel geblasen, gegossen, geschliffen, geschnitten
- Abmessungen
- Höhe x Durchmesser: 15,5 x 9,3 cmWandungsstärke: 0,35 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/889368
Objektbeschreibung
Becherförmige Kuppa mit einem mattiertem Band mit polierten Kugeln über
einem geblänkten Kugelfries, der Mündungsrand verwärmt, angesetzt ein
massiver Knauf in Gestalt einer plastisch geformten Mönchsbüste. Die
Büste wurde in eine zweiteilige Form gegossen, Details des Gesichts
überschliffen, geschnitten und poliert, die spitz zulaufende Kapuze
seines Ordensgewandes mattiert. Das Glas ist krank.
Schon seit dem 16. Jahrhundert erfreuten sich Scherzgläser, also Gefäße,
die das Trinken erschweren, großer Beliebtheit. Dieser glockenförmige
Becher ohne Fuß konnte nur gestürzt geleert werden und wurde dann auf
dem Kupparand abgestellt. Die Mönchsbüste geriet dabei vom Kopf stehend
wieder in die Senkrechte. Zu dem Becher gehört ein Pendant mit der
Büste einer Nonne (Inv.-Nr. W-1971,72). Weitere erhaltene Exemplare,
teils mit Büste auf einer aus farblosem sowie aus Rubinglas bezeugen das
Interesse des preußischen Hofs an diesen wenig frommen Gläsern
(Götzmann/Kaiser, Gläserne Welten, 2017, Kat. 95, 96, S. 159, 160;
Franze, Mönch und Nonne, 2008; Rückert, Die Glassammlung, Bd. 2, 1982,
Kat. 817, S. 278, Taf. 255; Mosel, Glas, 1979, Kat. 234, S. 149;
Hörning, Gläser vom XVI. bis XIX. Jahrhundert, 1978, Kat. 102; Klesse,
Glassammlung Krug, Bd. 1, 1965, Kat. 276, S. 252f.; Berckenhagen,
Berliner und märkische Gläser, 1956, Abb. 17, 18). Auch Königin Sophie
Dorothea (1687–1757) hatte nachweislich ein Paar Sturzbecher mit Mönch
und Nonne in ihrer Sammlung (Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, S.
65). [Verena Wasmuth]
MAKR
Letzte Aktualisierung: 06.07.2026
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Kunstgewerbemuseum
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kgm@smb.spk-berlin.de