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Champagnerfarbenes Abendkleid

Ident. Nr.: 2003,KR 503

ObjID: obj:889799

Details (Expert)

Beteiligte
Entwurf: Maison Jacques Heim (1930–1969)
Datierung
um 1935
Geografische Bezüge
Abmessungen
Länge: VL./RL. 152 cm

Objektbeschreibung

Jacques Heim nutze hier den Schrägschnitt zu einem raffinierten Spiel mit der glänzenden Oberseite und der matten Abseite des champagnerfarbenen Crêpe Marocain. Entstanden ist ein bodenlanges Abendkleid in körpernaher Form und weit schwingendem Rock. Meisterhaft wurden die Ärmel aus schräg zugeschnittenen Gewebeteilen gearbeitet. Sie sind tief eingesetzt, lang und sehr blusig. Die mittleren, matten Bahnen der Ärmel sind in einem geschnitten und bilden im Rücken eine weiche Schüsselfalte. An diese Falte ist ein Schoßteil angearbeitet, das nach vorn geführt wird und dort mit einer dekorativen strassbesetzten Schließes zusammengehalten wird. ChrW

Letzte Aktualisierung: 17.02.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR