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Allianzwappen der Familien Töbing und Garlop vom Töbingpokal aus dem Lüneburger Ratssilber

Ident. Nr.: 1931,18

ObjID: obj:890030

Details (Expert)

Datierung
1602
Material / Technik
Silber, vergoldet
Abmessungen
Höhe x Breite: 11 x 7,5 cm

Objektbeschreibung

Das seit 1929 in der Schroder Collection London befindliche sog. Töbingpokal des Lüneburger Goldschmieds Dirich Utermarke ist 1602 durch den Lüneburger Bürger Leonhardt Töbing II in das Ratssilber der Stadt gestiftet worden. Der Rat übereignete den Pokal 1706 als Huldiguingsgeschenk an Herzog Georg Ludwig, wobei das Allianzwappen Töbing-Garlop gegen das Lüneburger Stadtqwappen ausgetauscht wurde. Drei Löcher am Fuß des Pokals verweisen noch auf die Steele der ursprünglichen Anbringung des Töbing-Garlop-Wappens, das man aus Pietät beim Ratssilber belassen hatte, mit dem es 1874 nach Berlin veräußert wurde.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa