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Achtseitige Deckelvase mit Chinesen in Gartenlandschaft (Vasenpaar)

Ident. Nr.: M 1843 a,b

ObjID: obj:891296

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Fayencemanufaktur Cornelius Funcke, Berlin (1699 - 1747/67),
Hersteller*in
Datierung
um 1705
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe: 45 cm (mit Deckel)

Objektbeschreibung

Das Vasenpaar (M 1842/1843) gehört zum Altbestand des Kunstgewerbemuseums. Es stammt aus der Sammlung des Freiherren Alexander von Minutoli (1801-1887), preußischer Regierungsrat und Dezernent für Gewerbeförderung in Liegnitz (Schlesien), der seine umfangreiche Privatsammlung 1859/69 an den preußischen Staat verkaufte. Die kunstgewerblichen Gegenstände wurden 1873 dem damals gerade neu gegründeten Kunstgewerbemuseum übertragen. Im Inventar noch als "deutsche Nachahmung nach Delft [nachgebessert: Potsdam?]" bezeichnet, kann das Vasenpaar heute konkret der Berliner Fayencemanufaktur Cornelius Funcke zugewiesen werden.
Im Berliner Ausstellungskatalog "Herrliche Künste und Manufacturen" von 2001 wird es wie folgt charakterisiert: "Achtseitige Form mit abgesetzter Schulter und glockenförmigem Deckel mit Eichelknauf. Auf Schulter und Deckel Blattwerkbehang, auf dem abgesetzten Sockelteil eine Borte mit ausgesparten hochovalen Reserven mit Blütendekor, auf dem profilierten Fuß eine Borte aus Dreipaßspirale und Lanzettblattspitzen. Hier sind nicht nur die Form, sondern auch die Motive des szenischen Dekors deutlich unterschieden von Wolbeer. Auf der Wandung umlaufend zwar chinesische Figuren, aber anders gruppiert und von anderem Typus in Gesichtsschnitt und Kleidung: 1. eine vierfigurige Gruppe aus frontal sitzendem, türkisch anmutendem Paar, beide mit Fächer in der Hand; rechts dahinter ein Diener mit reichem Schirm, links hinter einer Terrassenbrüstung ein stehender Mann im Profil. 2. eine dreifigurige Gruppe mit frontal sitzender Frau - ein Teekoppchen in der Hand und umgeben von am Boden stehenden Gefäßen -, hinter ihr eine große stehende Frau, davor eine Knieende mit Teekoppchen. 3. eine dreifigurige Gruppe vor geöffneter Bambushütte, bestehend aus frontal sitzendem Mann mit hoher, gestreifter Kappe, von Krügen umgeben, einer rechts von ihm sitzenden Frau mit Teeschale sowie hinter ihnen, im Türrahmen einer stehenden weiblichen Figur. Der Behang auf der bereits abgesetzten Schulter - ein kartuschenförmig rundes symmetrisches Blattwerk - sowie die hochovalen Reserven auf der Fußzone sind Merkmale der Funcke-Werkstatt."

Keine Marke.

Lit.: Kat. Berlin 2001: "Herrliche Künste und Manufacturen", Kat. Nr. 75 (Christiane Keisch)

ClKa

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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