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Bisamapfel mit Heiligendarstellungen aus dem Schatz des Stiftes St. Dionysius zu Enger/Herford

Ident. Nr.: 1888,641

ObjID: obj:892231

Details (Expert)

Datierung
Ende 15. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Material / Technik
Silber, getrieben und graviert
Abmessungen
Durchmesser: 6,8 cm
Höhe: 9,6 cm (mit Öse)

Objektbeschreibung

Die Kugel ist in zwei Teilen aus etwas stärkerem Silberblech getrieben und läßt sich in der Mitte öffnen, wo ein entsprechender Verschluß, den eine umlaufende, schmale wulstförmige Leiste verdeckt, die obere und die untere Hälfte miteinander verbindet. Oben hat die silberne Kugel eine kleine, von plastischem Blattwerk umgebene Öse mit einem großen Ring, an dem die Kapsel aufgehängt wurde; unten ist ihr eine größere rosettenförmige Blüte aufgesetzt. Jede der beiden Hälften ist mit gravierten figürlichen Darstellungen in drei kreisrunden Feldern versehen, von denen einige damals weit verbreiteten graphischen Vorlagen folgen: oben die hl. Veronika mit dem Schweißtuch Christi, eine Gruppe von Anna selbdritt und der hl. Christophorus, unten Christus als Schmerzensmann mit den Leidenswerkzeugen, Maria mit dem Kind in der Strahlenglorie und eine Marienklage. Das gravierte Maßwerk, das die Zwickel dazwischen füllt, ist teilweise durchbrochen, und zwar im oberen Teil der jeweiligen Hälfte. DK

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Konfektschale mit Hirsch im Gehege in Distel- und Eichenkranz aus dem Lüneburger Ratssilber

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Hirsch, Eichenkranz sowie Figürchen und Blätter im Schalengrund gegossen. Schalenrand gesondert gearbeitet. Fußrand und -zarge, Schalenrand, innerer Rand der Schalenbuckel, Reliefs des Fonds sowie Mittelteil mit Ausnahme des Hügels vergoldet. Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails, Schale mit einer Art Bajonettverschluß am Fuß befestigt. Ein Schalenbuckel beschädigt.Schalenkörper in der Grundform und der Art des Dekors dem des vorhergehenden Stückes nahe verwandt, Wölbungen flacher, Umzäunung des Hügels abweichend, Hirsch wohl nach demselben Modell gegossen. Sechspassiger, breitrandiger und gebuckelter Fuß, Zarge mit durchbrochenen Vierpässen in Rauten. Gedrehter Schaft aus mehreren Reihen gegenläufig angeordneter und miteinander verschränkter Fischblasenbuckel. Schale durch 14 Halbbuckel gegliedert, Rand gekehlt und profiliert. Auf dem gepunzten Fond getriebenes, aus einem Stamm entspringendes Astwerk, darum herum aufgelegte Akanthuswedel, Hirsche, Hunde und ein Jäger mit Spieß und Jagdhorn. In gekehlten Stufen hochgewölbtes Mittelteil, bekrönt von einem liegenden Hirsch auf einem Hügel mit Flechtwerkzaun, Türchen und Vorhängeschloß. Auf den Stufen ein Distel- und ein von acht Rosetten gehaltener Eichenkranz.Die beiden am Zaun befestigten emaillierten Wappen gehören Cord Lange (gest. 1506) und seiner Frau Ghebeke Schomaker (gest. 1502). Die Stiftung an den Rat dürfte noch zu Lebzeiten des Bürgermeisters erfolgt sein. Sehr wahrscheinlich entstand das Stück in derselben Werkstatt wie Inv. Nr. 1874,395, gehört aber mit seinem gedrehten Schaft – in der ungefügen, quellenden Buckelung technisch offenbar noch nicht beherrscht – einer späteren stilistischen Phase an .