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Männlicher Kopf

Ident. Nr.: F 2773 c

ObjID: obj:892247

Details (Expert)

Datierung
1540 - 1550
Material / Technik
Glas, farblos; Silbergelb, Eisenrot, Schwarzlot

Objektbeschreibung

Vergleichbare Beispiele für die beiden sehr kleinen Medaillons Inv. Nr. F 2773 b und F 2773 c sind nicht bekannt, ungewiss ist auch ihre Funktion. Doch wäre durchaus vorstellbar, dass sie als dekorative Elemente in Friesen, Säulensockeln oder Bogenzwickeln Bestandteile einer Renaissancearchitektur waren. Die Büsten sind nach dem Muster der „imago clipeata“ von einem Rahmen umschlossen, dessen gelbe Fassung einmal mit roten Kreisen, einmal mit T-förmigen Ornamenten verziert ist.
Das Bildnis Inv.Nr. F 2773 c zeigt einen Mann vor rotem Grund ins Profil gewandt nach rechts blickend. Auf seinen kurz geschnittenen blonden Haaren trägt er eine Schlappe, ein Barett mit schmaler Krempe, sein steif und schräg vom Kinn abstehender langer Bart verleiht der Büste einen grotesken Zug.
Trotz ihres kleinen Formats sind die beiden Medaillons sorgfältig und in klassischer Maltechnik ausgeführt. Die in raschen Pinselstrichen angelegte Zeichnung ist in differenzierten Halbtönen modelliert, mit gewischten und radierten Glanzlichtern akzentuiert und endlich mit Silbergelb und Eisenrot
koloriert. Die Köpfe spiegeln keine Portraits wider, sondern Charaktertypen, deren Zusammengehörigkeit auch durch die im Wechsel korrespondierenden Farben demonstriert wird. Nach den modischen Details zu schließen – der Schlappe, dem eckig geschnittenen Bart mit der geraden Kante und den Stehkragen mit dem bereits etwas breiteren gerüschten Rändern – dürften die kleinen Bildnisse um 1540/50 entstanden sein.
CVMA 98750

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Konfektschale mit Hirsch im Gehege in Distel- und Eichenkranz aus dem Lüneburger Ratssilber

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Hirsch, Eichenkranz sowie Figürchen und Blätter im Schalengrund gegossen. Schalenrand gesondert gearbeitet. Fußrand und -zarge, Schalenrand, innerer Rand der Schalenbuckel, Reliefs des Fonds sowie Mittelteil mit Ausnahme des Hügels vergoldet. Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails, Schale mit einer Art Bajonettverschluß am Fuß befestigt. Ein Schalenbuckel beschädigt.Schalenkörper in der Grundform und der Art des Dekors dem des vorhergehenden Stückes nahe verwandt, Wölbungen flacher, Umzäunung des Hügels abweichend, Hirsch wohl nach demselben Modell gegossen. Sechspassiger, breitrandiger und gebuckelter Fuß, Zarge mit durchbrochenen Vierpässen in Rauten. Gedrehter Schaft aus mehreren Reihen gegenläufig angeordneter und miteinander verschränkter Fischblasenbuckel. Schale durch 14 Halbbuckel gegliedert, Rand gekehlt und profiliert. Auf dem gepunzten Fond getriebenes, aus einem Stamm entspringendes Astwerk, darum herum aufgelegte Akanthuswedel, Hirsche, Hunde und ein Jäger mit Spieß und Jagdhorn. In gekehlten Stufen hochgewölbtes Mittelteil, bekrönt von einem liegenden Hirsch auf einem Hügel mit Flechtwerkzaun, Türchen und Vorhängeschloß. Auf den Stufen ein Distel- und ein von acht Rosetten gehaltener Eichenkranz.Die beiden am Zaun befestigten emaillierten Wappen gehören Cord Lange (gest. 1506) und seiner Frau Ghebeke Schomaker (gest. 1502). Die Stiftung an den Rat dürfte noch zu Lebzeiten des Bürgermeisters erfolgt sein. Sehr wahrscheinlich entstand das Stück in derselben Werkstatt wie Inv. Nr. 1874,395, gehört aber mit seinem gedrehten Schaft – in der ungefügen, quellenden Buckelung technisch offenbar noch nicht beherrscht – einer späteren stilistischen Phase an .