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Wappenscheibe des Augustin Fesch und der Anna von Tann

Ident. Nr.: F 432

ObjID: obj:892484

Details (Expert)

Datierung
nach 1517

Objektbeschreibung

Originell und von eigenwilligem Charme ist die Gestaltung der Wappenscheibe als rundes Maßwerkfenster mit einem Dreipass im Zentrum, in dem eine junge Frau zwei Schilde präsentiert. Sie ist elegant gekleidet, trägt einen weiten weißen Rock, ein knappes körperbetonendes und von gelben Borten eingefasstes Oberteil mit langen, an Schulter und Ellenbogen gepufften Ärmeln. Ihr tiefes Dekollete, das ein hauchdünnes Brusttuch nur andeutungsweise verhüllt, ziert eine schwere Goldkette, und auf ihrem Haupt sitzt ein mit wippenden Straußenfedern geschmücktes Tellerbarett. Das linke Wappen zeigt in Rot zwei von einander abgewandte weiße Streitäxte mit gelbem Stiel und gehört Augustin Lösch (gest. 1535), das rechte mit zwei schräg gestellten blauen Hirschhörnern in Gelb seiner Gemahlin Anna von Tann (gest. 1534).
Ihrem Gesichts- und Figurentyp nach erinnert sie an die weiblichen Gestalten des Landshuter Malers Hans Wertinger (1465/70–1533). Vor allem in seinen kleinformatigen Bildern aus den Jahren 1525/26 finden sich etliche Frauen, die in verwandter Tracht und Haltung dargestellt sind, die ein ebensolches üppig mit Straußenfedern besetztes Barett tragen und dasselbe knappe Mieder mit schmalen an Schulter und Ellenbogen gepufften
Ärmeln. Vergleichbar ist nicht zuletzt auch die nahezu identisch gekleidete Wappenjungfrau des Fieger’schen Diptychons im Tiroler Landesmuseum Innsbruck.
CVMA 98758

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Konfektschale mit Hirsch im Gehege in Distel- und Eichenkranz aus dem Lüneburger Ratssilber

Konfektschale mit Hirsch im Gehege in Distel- und Eichenkranz aus dem Lüneburger Ratssilber

Hirsch, Eichenkranz sowie Figürchen und Blätter im Schalengrund gegossen. Schalenrand gesondert gearbeitet. Fußrand und -zarge, Schalenrand, innerer Rand der Schalenbuckel, Reliefs des Fonds sowie Mittelteil mit Ausnahme des Hügels vergoldet. Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails, Schale mit einer Art Bajonettverschluß am Fuß befestigt. Ein Schalenbuckel beschädigt.Schalenkörper in der Grundform und der Art des Dekors dem des vorhergehenden Stückes nahe verwandt, Wölbungen flacher, Umzäunung des Hügels abweichend, Hirsch wohl nach demselben Modell gegossen. Sechspassiger, breitrandiger und gebuckelter Fuß, Zarge mit durchbrochenen Vierpässen in Rauten. Gedrehter Schaft aus mehreren Reihen gegenläufig angeordneter und miteinander verschränkter Fischblasenbuckel. Schale durch 14 Halbbuckel gegliedert, Rand gekehlt und profiliert. Auf dem gepunzten Fond getriebenes, aus einem Stamm entspringendes Astwerk, darum herum aufgelegte Akanthuswedel, Hirsche, Hunde und ein Jäger mit Spieß und Jagdhorn. In gekehlten Stufen hochgewölbtes Mittelteil, bekrönt von einem liegenden Hirsch auf einem Hügel mit Flechtwerkzaun, Türchen und Vorhängeschloß. Auf den Stufen ein Distel- und ein von acht Rosetten gehaltener Eichenkranz.Die beiden am Zaun befestigten emaillierten Wappen gehören Cord Lange (gest. 1506) und seiner Frau Ghebeke Schomaker (gest. 1502). Die Stiftung an den Rat dürfte noch zu Lebzeiten des Bürgermeisters erfolgt sein. Sehr wahrscheinlich entstand das Stück in derselben Werkstatt wie Inv. Nr. 1874,395, gehört aber mit seinem gedrehten Schaft – in der ungefügen, quellenden Buckelung technisch offenbar noch nicht beherrscht – einer späteren stilistischen Phase an .