Logo

Antikisierender Porträtkopf (Imperator?)

Ident. Nr.: K 1675

ObjID: obj:893021

Details (Expert)

Datierung
um 1600
Geografische Bezüge
Material / Technik
gebrannter Ton
Abmessungen
Höhe x Breite: 25 x 33 cm

Objektbeschreibung

Die Büste stammt aus einer Reihe um 1600 entstandener antikisierender Idealporträts aus gebranntem Ton. Sie stellt vermutlich einen römischen Imperator dar. In der Schädelkalotte befindet sich eine Bohrung, an der ursprünglich ein metallener Lorbeerkranz befestigt gewesen sein könnte. Gemeinsam mit einem zweiten, heute verschollenen Exemplar der gleichen Serie befand sich die als Einsatzstück für eine Wandgestaltung gebildete unglasierte Tonplastik einst in dem berühmten Praunschen Kabinett, der Kunstsammlung des Nürnberger Kaufmanns Paulus II Praun (1548–1616). Die Büste, deren ursprünglicher Bestimmungsort unbekannt ist und die bislang noch nicht eindeutig in den überlieferten Inventaren des Praunschen Kabinetts identifiziert werden konnte, erinnert in der Art ihrer plastischen Gesamtanlage, ihres Gewandanschnitts und ihrer Funktionsbestimmung als Architekturschmuck an eine aus dem Kaisersaal des Gasthofes „Zum Goldenen Kreuz“ in Regensburg stammende Reihe von Lindenholzreliefs mit Idealporträts antiker Imperatoren in der Berliner Skulpturensammlung, die dem Umkreis des Hans Krumpper (um 1570–1634) zugeschrieben wurde. LL

Letzte Aktualisierung: 21.01.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Konfektschale mit Hirsch im Gehege in Distel- und Eichenkranz aus dem Lüneburger Ratssilber

Konfektschale mit Hirsch im Gehege in Distel- und Eichenkranz aus dem Lüneburger Ratssilber

Hirsch, Eichenkranz sowie Figürchen und Blätter im Schalengrund gegossen. Schalenrand gesondert gearbeitet. Fußrand und -zarge, Schalenrand, innerer Rand der Schalenbuckel, Reliefs des Fonds sowie Mittelteil mit Ausnahme des Hügels vergoldet. Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails, Schale mit einer Art Bajonettverschluß am Fuß befestigt. Ein Schalenbuckel beschädigt.Schalenkörper in der Grundform und der Art des Dekors dem des vorhergehenden Stückes nahe verwandt, Wölbungen flacher, Umzäunung des Hügels abweichend, Hirsch wohl nach demselben Modell gegossen. Sechspassiger, breitrandiger und gebuckelter Fuß, Zarge mit durchbrochenen Vierpässen in Rauten. Gedrehter Schaft aus mehreren Reihen gegenläufig angeordneter und miteinander verschränkter Fischblasenbuckel. Schale durch 14 Halbbuckel gegliedert, Rand gekehlt und profiliert. Auf dem gepunzten Fond getriebenes, aus einem Stamm entspringendes Astwerk, darum herum aufgelegte Akanthuswedel, Hirsche, Hunde und ein Jäger mit Spieß und Jagdhorn. In gekehlten Stufen hochgewölbtes Mittelteil, bekrönt von einem liegenden Hirsch auf einem Hügel mit Flechtwerkzaun, Türchen und Vorhängeschloß. Auf den Stufen ein Distel- und ein von acht Rosetten gehaltener Eichenkranz.Die beiden am Zaun befestigten emaillierten Wappen gehören Cord Lange (gest. 1506) und seiner Frau Ghebeke Schomaker (gest. 1502). Die Stiftung an den Rat dürfte noch zu Lebzeiten des Bürgermeisters erfolgt sein. Sehr wahrscheinlich entstand das Stück in derselben Werkstatt wie Inv. Nr. 1874,395, gehört aber mit seinem gedrehten Schaft – in der ungefügen, quellenden Buckelung technisch offenbar noch nicht beherrscht – einer späteren stilistischen Phase an .