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Prunkkabinett mit Uhr

Ident. Nr.: K 2781 a

ObjID: obj:894791

Details (Expert)

Datierung
1700/1705
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 74 x 63,5 x 32 cm

Objektbeschreibung

Das kleine Kabinett besitzt einen ausgesprochen differenzierten architektonischen Aufbau, der die Eigenschaften eines kleinteiligen Sammlermöbels mit denen einer figürlich reich verzierten Tischuhr verbindet. Im Sockel sind zwei flache Schubkästen versteckt, die einen Toilettenspiegel und eine Sammlung kleiner silberner vergoldeter Gerätschaften bergen: darunter ein Kerzenleuchter, ein Fernrohr, ein Notizbuch, ein Blasebalg, zwei Glasflakons und zwei Onyxschalen. Das gesamte Gehäuse ist mit Schildpatt überzogen und von teils vergoldetem Silberschmuck, darunter feinste geprägte Silberfolien bedeckt. In einen Fond aus wuchernden Ranken und Blüten sind Plaketten und Figuren eingebettet, die sich vor allem der Liebe widmen. Das Thema ist auch in den Gemälden aufgegriffen, die zwei Szenen aus der Geschichte von Pyramus und Thisbe darstellen. In diesem Kabinettstück kulminiert eine lange Tradition Augsburger Kabinett- und Silberschmiedekunst: dem Besitzer eröffnet sich ein Mikrokosmos aus Preziosen und kunstvoller Technik - reiche Beschäftigung für einen humanistisch geschulten Geist. ASt

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Konfektschale mit Hirsch im Gehege in Distel- und Eichenkranz aus dem Lüneburger Ratssilber

Konfektschale mit Hirsch im Gehege in Distel- und Eichenkranz aus dem Lüneburger Ratssilber

Hirsch, Eichenkranz sowie Figürchen und Blätter im Schalengrund gegossen. Schalenrand gesondert gearbeitet. Fußrand und -zarge, Schalenrand, innerer Rand der Schalenbuckel, Reliefs des Fonds sowie Mittelteil mit Ausnahme des Hügels vergoldet. Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails, Schale mit einer Art Bajonettverschluß am Fuß befestigt. Ein Schalenbuckel beschädigt.Schalenkörper in der Grundform und der Art des Dekors dem des vorhergehenden Stückes nahe verwandt, Wölbungen flacher, Umzäunung des Hügels abweichend, Hirsch wohl nach demselben Modell gegossen. Sechspassiger, breitrandiger und gebuckelter Fuß, Zarge mit durchbrochenen Vierpässen in Rauten. Gedrehter Schaft aus mehreren Reihen gegenläufig angeordneter und miteinander verschränkter Fischblasenbuckel. Schale durch 14 Halbbuckel gegliedert, Rand gekehlt und profiliert. Auf dem gepunzten Fond getriebenes, aus einem Stamm entspringendes Astwerk, darum herum aufgelegte Akanthuswedel, Hirsche, Hunde und ein Jäger mit Spieß und Jagdhorn. In gekehlten Stufen hochgewölbtes Mittelteil, bekrönt von einem liegenden Hirsch auf einem Hügel mit Flechtwerkzaun, Türchen und Vorhängeschloß. Auf den Stufen ein Distel- und ein von acht Rosetten gehaltener Eichenkranz.Die beiden am Zaun befestigten emaillierten Wappen gehören Cord Lange (gest. 1506) und seiner Frau Ghebeke Schomaker (gest. 1502). Die Stiftung an den Rat dürfte noch zu Lebzeiten des Bürgermeisters erfolgt sein. Sehr wahrscheinlich entstand das Stück in derselben Werkstatt wie Inv. Nr. 1874,395, gehört aber mit seinem gedrehten Schaft – in der ungefügen, quellenden Buckelung technisch offenbar noch nicht beherrscht – einer späteren stilistischen Phase an .