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Tragaltar mit Engeln und Cherubim

Ident. Nr.: K 4183

ObjID: obj:896174

Details (Expert)

Datierung
1170 - 1180
Geografische Bezüge
Abmessungen
Objektmaß: 15,4 x 29,9 x 21,5 cm

Objektbeschreibung

Der Altarstein aus grünem Porphyr ist außergewöhnlich klein geschnitten und bietet kaum Platz für einen kleinen Kelch und eine kleine Patene. Zwei ganzfigurige Darstellungen von Cherubim mit jeweils vier Flügeln stehen zu Seiten des Altarsteins. Eine Reihe von sechzehn Engeln als Halbfiguren rahmen das Ganze ein. Sie unterscheiden sich unter anderem in ihrer Gestik. Die Engelschar ist auf vier Kupferplatten verteilt, die in den Gravuren deutliche Unterschiede aufweisen.
An den Wandungen sind Christus, die zwölf Apostel sowie die Propheten Elias, Elisäus und Henoch, alle auf blockförmigen Thronen sitzend, dargestellt. Christus erscheint in der Mitte der rechten Schmalseite, woraus sich eine unterschiedliche Orientierung von Deckplatte und Wandung des Tragaltars ergibt.
Der Tragaltar steht auf vier Drachenfüßen. Eine Besonderheit ist die Anbringung von vier Ringen an der Unterseite der Bodenplatte. Ob sie je eine praktische Funktion hatten, bleibt unbekannt. Ihre ideelle Bedeutung liegt in der Bildung einer Parallele zur Bundeslade des Alten Testamentes, für die Gott selbst solcherart Ringe zum Tragen der Lade bestimmt hatte (Ex 25,12).
Die beiden Inschriften des Berliner Tragaltares erklären das Bildprogramm und geben Auskunft über seine theologische Bedeutung. Die erste umrahmt, beginnend in der Mitte der linken Seite, die gesamte Deckplatte mit den Worten: + CHERVBIN QVOQ[V]E ET SERAPHIM SANCT[V]S PROCLAMANT ET OMNIS CELICVS ORDO DICENS TE DECET LAVS ET HONOR DOMINE (Cherubim auch und Seraphim verkündigen laut das Heilig und jede himmlische Ordo, indem er sagt: Dir gebührt Lob und Ehre, o Herr). Das Thema wird fortgesetzt in der zweiten Inschrift in Grubenschmelz, die an den Stirnseiten der Deckplatte umläuft: IN OMNEM TERRAM EXIVIT SONVS EORVM ET INFINES ORBIS TERRE VERBA EORVAA MM (Auf die gesamte Erde hinaus ging ihr Klang und bis an die Grenzen des Erdkreises [reichten] ihre Worte). Die biblischen Quellen für die Inschriften finden sich in der Vision des Jesaja (Jes 6,3) und in der Apokalypse des Johannes (Offb 5,11-13). HM/LL

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Ausfall aus einer belagerten Stadt

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