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Kopf eines Engels (?)

Ident. Nr.: F 2381 e

ObjID: obj:897700

Details (Expert)

Datierung
um 1460/70
Material / Technik
Glas, farblos; Schwarzlot, Eisenrot, Silbergelb
Abmessungen
Höhe x Breite: 12,8 x 12,8 cm

Objektbeschreibung

Das junge androgyne Gesicht, die langen blonden leicht gelockten Haare und das weiße schmucklose Gewand könnten von einem Engel stammen. Vielleicht gehörte er zu einer Verkündigung an Maria, wie man aus seinem Blick schließen möchte, der voll Aufmerksamkeit auf eine links vor
ihm befindliche Person gerichtet scheint.
Die Bemalung des außerordentlich qualitätvollen Stücks ist mit großer Sorgfalt ausgeführt. Der Kopf wurde zunächst auf beiden Seiten in fein abgestuften Halbtonlasuren aus Licht und Schatten modelliert, die Plastizität der Formen durch lockere Parallelschraffen, weich gewischte Glanzlichter oder Radierstriche akzentuiert, Konturen und Binnenzeichnung in leichten Pinselstrichen aufgetragen. Die Form des Gesichts mit breiten Wangen, hoher Stirn und kleinem Kinn, die schmale lange Nase, die flach geschwungenen dunklen Brauen, der Mund mit dünner Ober- und voller Unterlippe entsprechen einem Schönheitsideal, wie es auch Madonnen und Engel der großen niederländischen Meister, etwa des Rogier van der Weyden, Hans Memling oder Dirk Bouts verkörpern. Man fühlt sich entfernt an Köpfe des Nicolas Froment (tätig zwischen 1461–1483) erinnert, etwa an das Antlitz des Apostels Johannes in dem Triptychon mit der Auferweckung des Lazarus von 1461 in den Uffizien, Florenz.
CVMA 98723

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Konfektschale mit Hirsch im Gehege in Distel- und Eichenkranz aus dem Lüneburger Ratssilber

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Hirsch, Eichenkranz sowie Figürchen und Blätter im Schalengrund gegossen. Schalenrand gesondert gearbeitet. Fußrand und -zarge, Schalenrand, innerer Rand der Schalenbuckel, Reliefs des Fonds sowie Mittelteil mit Ausnahme des Hügels vergoldet. Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails, Schale mit einer Art Bajonettverschluß am Fuß befestigt. Ein Schalenbuckel beschädigt.Schalenkörper in der Grundform und der Art des Dekors dem des vorhergehenden Stückes nahe verwandt, Wölbungen flacher, Umzäunung des Hügels abweichend, Hirsch wohl nach demselben Modell gegossen. Sechspassiger, breitrandiger und gebuckelter Fuß, Zarge mit durchbrochenen Vierpässen in Rauten. Gedrehter Schaft aus mehreren Reihen gegenläufig angeordneter und miteinander verschränkter Fischblasenbuckel. Schale durch 14 Halbbuckel gegliedert, Rand gekehlt und profiliert. Auf dem gepunzten Fond getriebenes, aus einem Stamm entspringendes Astwerk, darum herum aufgelegte Akanthuswedel, Hirsche, Hunde und ein Jäger mit Spieß und Jagdhorn. In gekehlten Stufen hochgewölbtes Mittelteil, bekrönt von einem liegenden Hirsch auf einem Hügel mit Flechtwerkzaun, Türchen und Vorhängeschloß. Auf den Stufen ein Distel- und ein von acht Rosetten gehaltener Eichenkranz.Die beiden am Zaun befestigten emaillierten Wappen gehören Cord Lange (gest. 1506) und seiner Frau Ghebeke Schomaker (gest. 1502). Die Stiftung an den Rat dürfte noch zu Lebzeiten des Bürgermeisters erfolgt sein. Sehr wahrscheinlich entstand das Stück in derselben Werkstatt wie Inv. Nr. 1874,395, gehört aber mit seinem gedrehten Schaft – in der ungefügen, quellenden Buckelung technisch offenbar noch nicht beherrscht – einer späteren stilistischen Phase an .