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Flöte mit Brustbild Friedrich Wilhelms I.

Ident. Nr.: 1935,40

ObjID: obj:898131

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Potsdamer Glashütte (1674–1736),
Glashütte
Friedrich Wilhelm I. (Preußen, König) (1688 - 1740),
Dargestellt
Datierung
Ausführung: 1730-1735
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe: 28 cm
Durchmesser: 9,2 cm (Fuß)
Durchmesser: 6,4 cm (Mündung)
Wandstärke: 0,2 cm

Objektbeschreibung

Zarte Flöte aus farblosem Glas, kleiner Abriss, breiter. leicht ansteigender Fuß, angesetzt ein massiver Balusterschaft zwischen Ringscheiben und eine sich konisch weitende, sehr hohe Kuppa. Deren Wandung ist mit dem geschnittenen Profilbildnis von König Friedrich Wilhelm I. in einem bekrönten Medaillon dekoriert, gerahmt von reichem Rollwerk mit Netzwerkdekor, dahinter Kriegstrophäen, der Mündungsrand ist verwärmt. Die Darstellung des sogenannten "Soldatenkönigs" geht auf eine Münze des Berliner Medailleurs Friedrich Marl von 1715 zurück (vgl. Götzmann/Kaiser, Gläserne Welten, 2017, Kat. 55, S. 121f.; Baumgärtner, Porträtgläser, 1981, S. 17, 23). Stereotypische Merkmale seiner frühen Regierungsjahre wie der lange Perückenzopf, das eingedrehte Schulterstück der Rüstung und Ansätze eines Doppelkinns sind deutlich erkennbar. Bei diesem Flötenglas handelt es sich um jenes, welches Robert Schmidt 1914 in seinem Standardwerk "Brandenburgische Gläser" abbildet und das sich damals im Besitz von Prinz Friedrich Heinrich von Preußen (1874–1940) befand. Einige was größere Exemplare mit sehr ähnlichem Dekor – zudem vergoldet – verwahren die Kunstsammlungen Weimar und die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (Wasmuth, Flötengläser 2022, Abb. 4, S. 502; Hörning, Gläser, 1978, Kat. 100). Die Gruppe dürfte in der Werkstatt ein und desselben Glasschneiders zwischen 1730 und 1735 nach sächsischen Vorbildern entstanden sein. Sicherlich wurde aus ihnen stiller (Rot-)Wein und kein Champagner getrunken, der erst in den 1750er Jahren in größeren Mengen nach Preußen importiert wurde. Für moussierenden Wein verwendete man in Preußen noch bis ins Ende des 18. Jahrhunderts Pokale oder Kelche mit einer ausgestellten Kuppa. [Verena Wasmuth]
MAKR

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Konfektschale mit Hirsch im Gehege in Distel- und Eichenkranz aus dem Lüneburger Ratssilber

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Hirsch, Eichenkranz sowie Figürchen und Blätter im Schalengrund gegossen. Schalenrand gesondert gearbeitet. Fußrand und -zarge, Schalenrand, innerer Rand der Schalenbuckel, Reliefs des Fonds sowie Mittelteil mit Ausnahme des Hügels vergoldet. Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails, Schale mit einer Art Bajonettverschluß am Fuß befestigt. Ein Schalenbuckel beschädigt.Schalenkörper in der Grundform und der Art des Dekors dem des vorhergehenden Stückes nahe verwandt, Wölbungen flacher, Umzäunung des Hügels abweichend, Hirsch wohl nach demselben Modell gegossen. Sechspassiger, breitrandiger und gebuckelter Fuß, Zarge mit durchbrochenen Vierpässen in Rauten. Gedrehter Schaft aus mehreren Reihen gegenläufig angeordneter und miteinander verschränkter Fischblasenbuckel. Schale durch 14 Halbbuckel gegliedert, Rand gekehlt und profiliert. Auf dem gepunzten Fond getriebenes, aus einem Stamm entspringendes Astwerk, darum herum aufgelegte Akanthuswedel, Hirsche, Hunde und ein Jäger mit Spieß und Jagdhorn. In gekehlten Stufen hochgewölbtes Mittelteil, bekrönt von einem liegenden Hirsch auf einem Hügel mit Flechtwerkzaun, Türchen und Vorhängeschloß. Auf den Stufen ein Distel- und ein von acht Rosetten gehaltener Eichenkranz.Die beiden am Zaun befestigten emaillierten Wappen gehören Cord Lange (gest. 1506) und seiner Frau Ghebeke Schomaker (gest. 1502). Die Stiftung an den Rat dürfte noch zu Lebzeiten des Bürgermeisters erfolgt sein. Sehr wahrscheinlich entstand das Stück in derselben Werkstatt wie Inv. Nr. 1874,395, gehört aber mit seinem gedrehten Schaft – in der ungefügen, quellenden Buckelung technisch offenbar noch nicht beherrscht – einer späteren stilistischen Phase an .