Großer Trichterpokal mit Kugel- und Olivenschliff
Ident. Nr.: O-1990,369
ObjID: obj:901776
Kontakt
Einrichtung:
Kunstgewerbemuseum
E-Mail:
kgm@smb.spk-berlin.deFotonachweis: Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / Verena Wasmuth Public Domain Mark 1.0
Fotonachweis: Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / Verena Wasmuth Public Domain Mark 1.0
Fotonachweis: Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / Verena Wasmuth Public Domain Mark 1.0
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Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- Ausführung: um 1680-1700
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Glas in Hilfsmodel geblasen, geformt, geschliffen, geschnitten
- Abmessungen
- Höhe: 23 cmDurchmesser: 14,6 cm (Fuß)Durchmesser: 12,4 cm (Mündung)Wandungsstärke: 0,9 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/901776
Objektbeschreibung
Kelch aus farblosem, etwas gelbstichigem Glas, schlierig, Abrissnarbe am
Boden, angesetzter Massivbalusterschaft mit kleiner Luftblase, über
einer Ringscheibe ist die trichterförmige Kuppa mit einem Kranz aus zwei
versetzten, polierten Oliven verziert, der untere mit einem Rahmen aus
mattierten Perlen, darüber ein Fries aus Vögeln und Blumen zwischen
geblänkten Kugelungen, Mündungsrand verwärmt.
Der Trichterpokal gehört zu einer Gruppe von formähnlichen Gläsern mit
böhmisch anmutendem Dekor aus der Zeit vor 1700, die in der Literatur
nach Brandenburg verortet wird (vgl. Poser, Berliner Becher, 2017;
Fischer, Gläserne Pracht, 2011, Kat. 98, S. 83, Keisch/Netzer, Herrliche
Künste und Manufacturen, 2001, Kat. 131, 133–136, 166–168; Rückert, Die
Glassammlung, 1982, Bd. 2, Kat. 800–802, Taf. 245; Schmidt,
Brandenburgischer Gläser, 1914, Taf. 4.2). Allein sechzehn Exemplare
sind im Bestand der Stiftung Stadtmuseum Berlin vorhanden (publiziert im
Themenportal "Brandenburgisches Glas" auf museum-digital.de). Nahezu
identische Gläser wurden zeitgleich auch im Riesengebirge hergestellt
(vgl. Wierzchucka/Kügler, Barockes Glas, 2016, Kat. 20, S. 46; Jentsch,
Licht und Rausch, 2004, Abb. 27, S. 49; Brožová, Sklo v Praze, Ars
Vitraria 9, 1989, S. 17). Eine zweifelsfreie Zuschreibung ist unmöglich.
Karl-Heinz Poser hat für ihn den Begriff "Potsdamer Kelch" geprägt
(Poser, Berliner Becher, 2017).
Trifft die Potsdamer Herkunft zu, hat diese charakteristischen
Trichterpokale wohl ein in Berlin ansässiger, böhmischer Glasschneider
veredelt. Dass hingegen auch andere zeitgenössische Kreideglashütten in
Brandenburg Glasschneider beschäftigten, ist dokumentiert. Ab 1654 bis
in die 1670er Jahre waren in Marienwalde und Grimnitz drei Brüder Gampe
aus Böhmen tätig. Die Standorte Pinnow bei Oranienburg und
Zerpenschleuse bei Wandlitz haben der Potsdamer Hütte um 1690 Konkurrenz
gemacht und könnten ebenso gut die Rohlinge zur Weiterveredlung
beispielsweise nach Berlin geliefert haben (Schmidt, Brandenburgische
Gläser, 1914, S. 21, 35, 112). [Verena Wasmuth]
MAKR
Letzte Aktualisierung: 06.07.2026
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kgm@smb.spk-berlin.de