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Trichterpokal mit Darstellung eines Trinkgelages

Ident. Nr.: W-1975,5 a,b

ObjID: obj:902722

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Potsdamer Glashütte (1674–1736),
Glashütte
Datierung
Ausführung: 1730-1736
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe: 36,1 cm
Höhe: 23,3 cm (Pokal)
Durchmesser: 11,4 cm (Fuß)
Durchmesser: 11,5 cm (Mündung)
Höhe x Durchmesser: 13,4 x 12,4 cm (Deckel)
Wandungsstärke: 0,4 cm

Objektbeschreibung

Trichterpokal mit Deckel aus farblosem Glas, Abriss am Boden, der Fuß ist mit einem Rundbogen-Facettenkranz dekoriert und die bündig aus dem massiven Schaft aufsteigende Kuppa mit gestuften, im oberen Schaftteil in hochgeschliffene Zungen übergehende Rundbogenfacetten miteinander verbunden, akzentuierend vergoldet. Der Rand des Fußes trägt ein geschliffenes und vergoldetes Adelswappen aus zwei Querbalken und einer Helmzier mit zwei Büffelhörnern. Auf der Kuppawandung dargestellt in Tiefschnitt ist eine vergoldete Innenraumszene mit einer Tischgesellschaft, bestehend aus vier Männern, die sich dem Konsum von Alkohol aus ebensolchen Trichterpokalen widmet, überschrieben mit: Vivat hoch. Die Gegenseite zeigt dieselbe Gesellschaft offensichtlich ein wenig später, der runde Tisch ist umgestürzt, ebenso einige Stühle, einer der Trinkenden liegt am Boden wie auch sein Pokal, zerbrochen, ein weiterer Trinkender stürzt; darüber die Inschrift: Ubi sunt gaudia (Wo sind die Freuden?). Der mit einem geblänkten Perlfries geschmückte, verwärmte Mündungsrand ist ebenfalls vergoldet – der Rand des Deckels gleichermaßen dekoriert, allerdings besteht der Fries auch etwas kleineren Oliven, nicht aus Perlen; innen Abrissnarbe. Die Schulter des Deckels trägt keinen Dekor, ebenso nicht der Ansatz des massiven Knaufs, der als Pinienzapfen gestaltet, mit Rundbögen und Oliven beschliffen, facettiert und vergoldet ist. Dieser Gläsertyp erscheint um 1730 in Potsdam und zeichnet sich durch seine strenge Silhouette und gute Vergoldung aus. Das Sujet ist auf einem weiteren Potsdamer Glas von 1763 überliefert (Rückert, Die Glassammlung, 1982, Bd. 2, Kat. 824, S. 281, 282, Taf. 260). Das Wappen am Fuß verweist auf die Familie von Arnim, ein weit verbreitetes und altes märkisches Adelsgeschlecht. Zahlreiche Familienmitglieder standen zum Entstehungszeitpunkt dieses Deckelpokals in preußischen Diensten. Einem bestimmten Namen lässt er sich daher nicht zuordnen. [Verena Wasmuth]
MAKR

Letzte Aktualisierung: 13.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR