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Blaues Abendkleid mit Perlenstickerei

Ident. Nr.: 2003,KR 458

ObjID: obj:904401

Details (Expert)

Beteiligte
frühere Zuschreibung: Madeleine Vionnet (1876 - 1975)
Datierung
um 1924
Geografische Bezüge
Abmessungen
Länge: VL./RL. 128 cm

Objektbeschreibung

Das wadenlange Kleid von schlichtem Schnitt - an ein hemdförmiges Oberteil setzt in Hüfthöhe der locker geriehene Rock an - lebt vom ungewöhnlichen Motiv der Ton in Ton gehaltenen Tambourierarbeit. Ein negativ dargestellter Fries sich aufbäumender Pferde wird oben und unten von stilisierten Wellenbändern gerahmt. Die Darstellung wiederholt sich auf dem Rock. Der Saum des Kleides ist in kniehohe, spitz zulaufende Zaddeln unterteilt, die mit Perlen umstickt sind. Vorbild war ein 1921 von Madeleine Vionnet (1876-1975) entworfenes Modellkleid, das sich heute im Musée des Arts décoratifs in Paris befindet. Trotz der großen Ähnlichkeit muss das Berliner Kleid auf Grund seines knapperen Schnitts um 1924 datiert werden. Da auch der Perldekor weniger differenziert ausgeführt ist, als beim Original, ist das Berliner Kleid als Kopie nach dem Pariser Original zu werten. ChrW

Letzte Aktualisierung: 18.03.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR