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Maria von einer Kreuzigungsgruppe

Ident. Nr.: K 3866

ObjID: obj:905930

Details (Expert)

Datierung
1470 - 1480
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 14 x 7 x 4 cm

Objektbeschreibung

Die Figuren der trauernden Maria „in der Mantelfülle“ (Inv. Nr. K 3866) und des Evangelisten Johannes (K 3865) waren ursprünglich Teil einer Kreuzigungsdarstellung. In fein differenzierter Weise reagieren sie gestisch und mimisch auf die einst über ihnen erscheinende Darstellung des Christus am Kreuz. Die klagend vor der Brust gekreuzten Hände der Maria und ihr demutsvoll wehmütiger Blick in die Ferne vermitteln einen Seelenzustand stiller mütterlicher Trauer, der von dem plötzlichen Entsetzen des Johannes spürbar abweicht. Der Lieblingsjünger Christi schaut erschrocken, mit beinahe abwehrendem Gestus auf zum Kreuz, als könne er das Geschehene nicht fassen. Die überzeugende Erfassung und nuancierte Darstellung menschlicher Emotionen machen die kleinformatigen Treibarbeiten zu Bildwerken von besonders hohem künstlerischen Rang. Die bewegte Faltenbildung, die fein gravierten Schmuckborten und die technisch perfekte Strichpunzierung an den Innenseiten der Mäntel entsprechen der herausragenden Qualität der Figurenbildung. Gesichter und Hände sind in einem blassen Inkarnatton und der Kopfschleier der Maria in weiß „kalt“ bemalt. Die Technik des teilweisen farbigen Fassens von Metallfiguren war in der zweiten Hälfte des 15. und zu Beginn des 16. Jahrhunderts besonders beliebt.
Beide Figuren besitzen an der Unterseite Vorrichtungen für eine Montierung. Es bleibt allerdings fraglich, ob sie ursprünglich als Assistenzfiguren einer „Kleinen Kreuzigung“ auf einem architektonisch gebildeten Reliquiar ein so genanntes Kapellenkreuz bildeten, als Teil eines vielfigurigen Kalvarienberges dienten oder aber aus einem anderen Zusammenhang stammen. Die Statuetten befanden sich bereits im 18. Jahrhundert in der Kunstkammer der Hohenzollern im Berliner Schloss. LL

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Konfektschale mit Hirsch im Gehege in Distel- und Eichenkranz aus dem Lüneburger Ratssilber

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Hirsch, Eichenkranz sowie Figürchen und Blätter im Schalengrund gegossen. Schalenrand gesondert gearbeitet. Fußrand und -zarge, Schalenrand, innerer Rand der Schalenbuckel, Reliefs des Fonds sowie Mittelteil mit Ausnahme des Hügels vergoldet. Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails, Schale mit einer Art Bajonettverschluß am Fuß befestigt. Ein Schalenbuckel beschädigt.Schalenkörper in der Grundform und der Art des Dekors dem des vorhergehenden Stückes nahe verwandt, Wölbungen flacher, Umzäunung des Hügels abweichend, Hirsch wohl nach demselben Modell gegossen. Sechspassiger, breitrandiger und gebuckelter Fuß, Zarge mit durchbrochenen Vierpässen in Rauten. Gedrehter Schaft aus mehreren Reihen gegenläufig angeordneter und miteinander verschränkter Fischblasenbuckel. Schale durch 14 Halbbuckel gegliedert, Rand gekehlt und profiliert. Auf dem gepunzten Fond getriebenes, aus einem Stamm entspringendes Astwerk, darum herum aufgelegte Akanthuswedel, Hirsche, Hunde und ein Jäger mit Spieß und Jagdhorn. In gekehlten Stufen hochgewölbtes Mittelteil, bekrönt von einem liegenden Hirsch auf einem Hügel mit Flechtwerkzaun, Türchen und Vorhängeschloß. Auf den Stufen ein Distel- und ein von acht Rosetten gehaltener Eichenkranz.Die beiden am Zaun befestigten emaillierten Wappen gehören Cord Lange (gest. 1506) und seiner Frau Ghebeke Schomaker (gest. 1502). Die Stiftung an den Rat dürfte noch zu Lebzeiten des Bürgermeisters erfolgt sein. Sehr wahrscheinlich entstand das Stück in derselben Werkstatt wie Inv. Nr. 1874,395, gehört aber mit seinem gedrehten Schaft – in der ungefügen, quellenden Buckelung technisch offenbar noch nicht beherrscht – einer späteren stilistischen Phase an .