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Herrenweste aus Goldlamé

Ident. Nr.: 2003,KR 118

ObjID: obj:906697

Details (Expert)

Datierung
um 1780
Geografische Bezüge
Abmessungen
Länge: VL./RL. 81 cm

Objektbeschreibung

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert wurden die Westen zunehmend kürzer und gerader getragen. Von besonderer Pracht ist diese kragen- und ärmellose Weste aus Goldlamé, einem Gewebe, in dem Metallfäden oder Metalllahn von Webkante zu Webkante verarbeitet wird. Die Vorderkanten dieser Weste und die Taschenpatten sind schlicht, doch sehr effektvoll mit einer Borte aus facettierten Glassteinen, konturiert von roten Pailletten und Bögen aus blauen Pailletten, besetzt. Der strenge Charakter dieser Borte wird von den regelmäßigen Längsstreifen aus Metallpailletten aufgegriffen, die die Vorderteile zieren. Die luxuriösen Materialien kontrastieren den schlichten Dekor. Der geschlossene Rücken ist aus maisgelbem Leinen gearbeitet, die Weste ist mit gelbem Seidentaft gefüttert. ChrW

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR