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Junge im Mantel

Ident. Nr.: A IV 96

ObjID: obj:958436

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Theodor Rosenhauer (1901 - 1996),
Künstler*in
Datierung
1935
Weitere Titel
Sammlungstitel: Junge im Mantel
Übersetzung: Boy in a Coat
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 119 x 60,5 cm
Erwerbung
1966 Ankauf vom Künstler

Objektbeschreibung

Rosenhauer studierte von 1919 bis 1924 an der Kunstgewerbeschule und der Kunstakademie in Dresden. Er wurde von Oskar Kokoschka gefördert und hatte Kontakt zu Otto Dix. In stillen, unpathetischen Bildern widmete sich der Sohn eines Beamten den einfachen Szenen des Alltags. Zugleich bezog er politisch Stellung. 1935 verhinderten die Nationalsozialisten seine Berufung als Professor an die Dresdner Kunstakademie. Im selben Jahr entstand der „Junge im Mantel“. Der pastose Farbauftrag unterstützt ebenso wie die stark angelegte Flucht des Gehwegs die Vorstellung eines von Einsamkeit und Not geprägten Lebens, in dem sich das ärmlich gekleidete Kind behaupten muss. Das Gemälde gehört zu den wenigen erhalten gebliebenen Werken aus der frühen und mittleren Schaffensphase Rosenhauers: 1945 verlor er beim Bombenangriff auf Dresden nahezu sein gesamtes bis dahin entstandenes Œuvre. | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz