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Tanz am 14. Juli

Ident. Nr.: A III 250

ObjID: obj:958742

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Max Lingner (1888 - 1959),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1945/1946
Weitere Titel
Sammlungstitel: Tanz am 14. Juli
Übersetzung: Dance on 14 July
Geografische Bezüge
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
11.6.1949
Schenkung: Deutsche Verwaltung für Volksbildung / Staatliche Kommission für Kunstangelegenheiten,
11.6.1949–1952
Abmessungen
Höhe x Breite: 38 x 53 cm
Erwerbung
1949 Geschenk des Künstlers an das deutsche Volk. 1952 von der Staatlichen Kommission für Kunstangelegenheiten der Nationalgalerie übergeben

Objektbeschreibung

Paul Westheim hatte Lingner bereits 1939 als „Wirklichkeitsbeobachter“ bezeichnet, gar als „Wirklichkeitsfanatiker, versessen darauf, festzuhalten was ist“. Das gebe, so Westheim weiter, „seinen Bildern den Halt, sie sind gestaltetes Leben, sie haben Elan ohne falsches Pathos“ (Paul Westheim, Max-Lingner-Ausstellung, 1939, in: ders., Kunstkritik aus dem Exil, Hanau 1983, S. 243). Diese Beschreibung trifft auch auf „Tanz am 14. Juli“ zu, von dem Lingner seit 1936 verschiedene Versionen anfertigte. Seine dritte Fassung einer abendlichen Tanzveranstaltung am französischen Nationalfeiertag malte er 1945/1946, sicher noch unter dem Eindruck der Befreiung Frankreichs vom Nationalsozialismus im August 1944. Die unter Lampions fröhlich tanzenden Frauen und Männer sind in schwarz-weißen Schattierungen gehalten. Nicht nur durch seine Farbigkeit weist das Bild die typischen Merkmale von Lingners Pressezeichnungen auf: Hervor stechen die starke Betonung der Kontur und die auf wenige prägnante Linien beschränkte typisierte Darstellung von Personen und umgebendem Raum. Gewiss hatte Lingner die Befreiung der Stadt nach seiner Zwangsinternierung und dem Leben in der Illegalität als besonderes Glück empfunden. Er konnte nun seine Arbeit als Pressezeichner für die „L’Humanité“ wieder aufnehmen, in deren Kontext möglicherweise auch diese Arbeit entstanden ist. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Badende

Badende

Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger

Mädchen aus Xanten

Mädchen aus Xanten

Der Düsseldorfer Bildhauer Zimmermann schuf Plastiken für den öffentlichen Raum und für Kirchen. Er hatte an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Alexander Zschokke studiert; kurzzeitig lebte er in Berlin (1932/1933) und Kassel (1936). Während der NS-Zeit war er beruflich erfolgreich. Das „Mädchen aus Xanten“ schuf er wohl im Auftrag der Xantener Dombauhütte. Es existierte eine Fassung aus Ton, deren Verbleib unbekannt ist. Die Bronze befand sich bereits 1937, im Jahr ihrer Entstehung, im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin. Damit changierte die Wahrnehmung der Figur: zwischen der Lesart in einem religiösen Zusammenhang und der als ideologisch geprägte, politisch sanktionierte Darstellung, die offenbar geeignet erschien, ein nationalsozialistisches weibliches Ideal zu repräsentieren. Das „Mädchen“, das eher nach einer herangereiften jungen Frau aussieht, steht solide in Lebensgröße da, die Form ist einfach und glatt. Unter der eng anliegenden Kleidung zeichnen sich die weiblichen Konturen deutlich ab, ohne Erotik auszustrahlen; die Gestalt ist kräftig, aber nicht muskulös, der Kopf mit einem Tuch bedeckt. Das Werk war wohl nie in Berlin öffentlich ausgestellt; nach 1945 geriet es, höchstwahrscheinlich aufgrund seines Besitzes durch eine NS-belastete Institution, in völlige Vergessenheit. In den 1970er-Jahren wurde es im Keller des Pergamonmuseums in einer Holzkiste gefunden und 1980 der Nationalgalerie (Ost) übergeben. | Emily Joyce Evans