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Pariser Straßenkreuzung

Ident. Nr.: A IV 617

ObjID: obj:959017

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Robert Liebknecht (1903 - 1994),
Künstler*in
Datierung
1951
Weitere Titel
Sammlungstitel: Pariser Straßenkreuzung
Übersetzung: Paris Intersection
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1985
Ministerium für Kultur der DDR, Abteilung Bildende Kunst, Berlin,
1985–1989
Material / Technik
Öl auf Pappe
Abmessungen
Höhe x Breite: 69,5 x 54 cm
Erwerbung
1989 Überweisung des Ministeriums für Kultur der DDR

Objektbeschreibung

1947 kehrte Liebknecht nach Lagerhaft in Frankreich und Flucht in die Schweiz nach Paris zurück. 1951 entstand dieses farbstarke Stadtbild, der Beginn einer langen Reihe von meist vor dem Motiv gemalten Darstellungen des geschäftigen, wieder alltäglichen Paris der 1950er-Jahre. Den Einfluss des Impressionismus hatte Liebknecht nun hinter sich gelassen, er zerlegte die Farben auch nicht wie etwa Paul Signac, sondern er setzte bunte Farbflecke nebeneinander, wie hier am ausgeprägtesten bei der Figur vorne links zu sehen. Das Weiß zwischen manchen der farbigen Pinselstriche trägt zur flimmernden Unruhe des Bildes bei. Die Figuren sind trotz der skizzenhaften Malweise durch Haltung und Gesichtsausdruck charakterisiert. Französische Tradition und deutscher Expressionismus verbinden sich bei Liebknecht zu einer neuen Bildform. Nach Rainer Zimmermann ist „das Thema der in der Großstadtstraße flutenden Menschenmenge Leitmotiv seines ganzen Malerlebens […]. Der Wechsel von groß erfaßten Köpfen einzelner Individuen und dahinflutenden Mengen veranschaulicht die Spannung zwischen Mensch und Masse in der modernen Zivilisation.“ (zit. nach Robert Liebknecht, Berlin, Ausst.-Kat., Berlin 1988, S. 106). 1985 hatte Liebknecht zwei Einzelausstellungen in Berlin und Dresden, in diesem Zusammenhang erwarb das Kulturministerium der DDR dieses und weitere Werke. 1989 wurden sie der Nationalgalerie überwiesen (A IV 613–616, 618). | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz

Bauer, Weihwasser nehmend

Bauer, Weihwasser nehmend

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