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Im Garten

Ident. Nr.: A IV 170

ObjID: obj:959138

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Julius Hess (1878 - 1957),
Künstler*in
Datierung
vor 1935
Weitere Titel
Sammlungstitel: Im Garten
Übersetzung: In the Garden
Provenienz
Annie Caspari, München,
368105
Übereignung: Bankhaus Hardy & Co., München,
368102
Übereignung: Dresdner Bank, Filiale München,
15.8.1935
Kauf: Reichsfinanzministerium und Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung,
15.8.1935
Abmessungen
Höhe x Breite: 65 x 84,5 cm
Erwerbung
1935 vom Preußischen Staat aus den Kunst-Beständen der Dresdner Bank angekauft und an die Staatlichen Museen zu Berlin überwiesen, Vorbesitz Annie Caspari, München

Objektbeschreibung

Im Jahr 1913 gehörte Hess zu den Gründern der Münchner Neuen Secession, in der sich Künstler verschiedener Richtungen der Moderne versammelten. Als die Mitglieder der Gruppe als Resonanz auf ihre zweite Frühjahrsausstellung 1915 von einem Teil der Presse als „entartet“ diskreditiert wurden, war davon auch Hess betroffen, der mit seinem an Paul Cézanne orientierten Malstil zu den „Französlingen“ gezählt wurde. Die beiden Gemälde in der Sammlung der Nationalgalerie veranschaulichen diesen stilistischen Bezug: In ihnen sah Hess vom gegenständlichen Detail ab und konzentrierte sich auf eine nuancierte Farbharmonie. Mit tonigen, gedämpften Farben, die er in einer lockeren, aquarellierenden Öltechnik auftrug, hat er eine ruhige, kontemplative Stimmung erzeugt. Die Motive deuten darauf hin, dass Hess seine auf Studienreisen in Frankreich und Spanien gewonnenen Eindrücke verarbeitete. So zeigt die „Landschaft am See“ (A IV 169) eine Meeresbucht, die links von einer steilen Felsenküste und rechts von einem dichten Wald eingeschlossen ist, in dem kaum merklich ein Hausdach auf die Anwesenheit von Menschen schließen lässt. Auch in dem Werk „Im Garten“ (A IV 170) ist die üppige südliche Flora ins Bild gesetzt. Ein säender, im Profil wiedergegebener Mann, zwei in Kübel gepflanzte Palmen sowie ein angedeuteter Zaun weisen auf die Kultivierung der Landschaft hin. Hess wurde 1937 in der nationalsozialistischen Zeitung „Völkischer Beobachter“ anlässlich des „Tages der Deutschen Kunst“ in der Reihe „Münchner Künstlerköpfe“ gewürdigt, bei der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ im selben Jahr war er jedoch nicht vertreten. Seine 1927 angetretene Professur an der Akademie der bildenden Künste in München hatte er bis 1946 inne. | Irina Hiebert Grun

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson