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Porträt Gerhard Rudolf Meyer

Ident. Nr.: B III 170

ObjID: obj:959184

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Heinrich Drake (1903 - 1994),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1976
Weitere Titel
Sammlungstitel: Porträt Gerhard Rudolf Meyer
Übersetzung: Portrait of Gerhard Rudolf Meyer
Geografische Bezüge
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 51,5 x 27 x 28 cm
Erwerbung
1976 Ankauf vom Künstler, Berlin, als Auftragswerk der Staatlichen Museen zu Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

Nach seiner Emeritierung von der Kunsthochschule in Weißensee, an der er 20 Jahre gelehrt hatte, arbeitete Drake ab 1969 freischaffend in Berlin-Wilhelmshagen. Als Nationalpreisträger der DDR und Mitglied der Akademie der Künste (Ost) war er ein gefragter, dem sozialistischen Realismus zugeordneter Bildhauer. Mehrfach wurde er beauftragt, bedeutende Persönlichkeiten der DDR zu porträtieren. So schuf Drake 1976 die bronzene Büste des Archäologen Gerhard Rudolf Meyer (1908–1977) für die Staatlichen Museen zu Berlin, deren Generaldirektor der Dargestellte seit 1958 bis zu seinem unerwarteten Tod war. Meyer war seit 1951 auch Direktor des Vorderasiatischen Museums im Pergamonmuseum und verantwortete dessen Wiederaufbau mit der während des Zweiten Weltkrieges in die Sowjetunion verbrachten, 1958 zurückgegebenen Sammlung. Meyers großes Engagement bei den Wiederaufbauarbeiten brachten ihm den Beinamen „Der Bauherr“ in Anlehnung an diese Bezeichnung für mesopotamische Herrscher ein. Seit 1961 war Meyer Professor an der Humboldt-Universität und kulturpolitisch aktiv, sowohl als stellvertretender Vorsitzender des Kulturbundes der DDR als auch von 1963 bis 1977 als Mitglied der Volkskammer. Anders als bei den Darstellungen von Karl Marx (B III 24) und Hồ Chí Minh (B II 35) ist der Porträtierte nur bis zum Hals, ohne Schulterpartie dargestellt. Indem er das Gesicht mit seinem Ausdruck würdiger Strenge in den Mittelpunkt stellte, betonte Drake die Intellektualität und Konzentration des Wissenschaftlers. | Uta Caspary

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Badende

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Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger

Mädchen aus Xanten

Mädchen aus Xanten

Der Düsseldorfer Bildhauer Zimmermann schuf Plastiken für den öffentlichen Raum und für Kirchen. Er hatte an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Alexander Zschokke studiert; kurzzeitig lebte er in Berlin (1932/1933) und Kassel (1936). Während der NS-Zeit war er beruflich erfolgreich. Das „Mädchen aus Xanten“ schuf er wohl im Auftrag der Xantener Dombauhütte. Es existierte eine Fassung aus Ton, deren Verbleib unbekannt ist. Die Bronze befand sich bereits 1937, im Jahr ihrer Entstehung, im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin. Damit changierte die Wahrnehmung der Figur: zwischen der Lesart in einem religiösen Zusammenhang und der als ideologisch geprägte, politisch sanktionierte Darstellung, die offenbar geeignet erschien, ein nationalsozialistisches weibliches Ideal zu repräsentieren. Das „Mädchen“, das eher nach einer herangereiften jungen Frau aussieht, steht solide in Lebensgröße da, die Form ist einfach und glatt. Unter der eng anliegenden Kleidung zeichnen sich die weiblichen Konturen deutlich ab, ohne Erotik auszustrahlen; die Gestalt ist kräftig, aber nicht muskulös, der Kopf mit einem Tuch bedeckt. Das Werk war wohl nie in Berlin öffentlich ausgestellt; nach 1945 geriet es, höchstwahrscheinlich aufgrund seines Besitzes durch eine NS-belastete Institution, in völlige Vergessenheit. In den 1970er-Jahren wurde es im Keller des Pergamonmuseums in einer Holzkiste gefunden und 1980 der Nationalgalerie (Ost) übergeben. | Emily Joyce Evans