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Zirkustraum

Ident. Nr.: B 132

ObjID: obj:959384

1955 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Marc Chagall (1887 - 1985),
Künstler*in
Datierung
1939/1940
Weitere Titel
Sammlungstitel: Zirkustraum
Originaltitel: Un rêve de cirque
Übersetzung: Circus Dream
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1947
Kauf: amerikanischer Privatbesitz,
1947
Kauf: Galerie Aenne Abels, Köln,
1955
Kauf: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1955–1968
Material / Technik
Gouache auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 36 x 30,5 cm
Erwerbung
1955 Ankauf von der Galerie Änne Abels, Köln, durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West).

Objektbeschreibung

Chagalls kleinformatiger „Zirkustraum“ gehört zu einer Reihe von Zirkusgemälden, die in der zweiten Hälfte der 1930er-Jahre in Frankreich entstanden. 1937 hatten der Maler und seine Frau Bella die französische Staatsangehörigkeit erhalten und konnten sich vor den nationalsozialistischen Judenverfolgungen in Sicherheit wähnen – bis sie sich im Mai 1941 gezwungen sahen, in die USA zu emigrieren. Wie in Chagalls dem jüdischen Schtetl – Ort seiner Kindheit und Jugend – gewidmeten Gemälden ist auch hier der Bildraum als ein Traumraum zu verstehen, der sich aus den Erinnerungen des Künstlers speist. In ihm führt das heimische Interieur (rechts unten ist noch ein Stuhl zu erkennen, der gelbe Streifen am linken Rand lässt an ein Fenster denken) in endlose Himmelsweite. Mond und Geigenspieler gehören zu den immer wiederkehrenden Bewohnern, die Chagalls Imaginationsräume schwebend bevölkern, wie auch der Hahn oder die menschenäugige Ziege. Mit ausgestreckten Armen und einem Fächer in der Hand fliegt sie dem Geigenspieler entgegen, dessen Musik ihn wie ein diaphaner Blütenteppich umgibt. | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson