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Jaguar

Ident. Nr.: B III 234

ObjID: obj:959517

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Heinrich Drake (1903 - 1994),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1928 (Guss 1981)
Geografische Bezüge
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 21 x 48 x 20 cm
Erwerbung
1985 Ankauf vom Künstler aus Mitteln des Kulturfonds der DDR

Objektbeschreibung

Drake schuf ab den späten 1920er-Jahren zahlreiche Tierplastiken, die zu seinem Erfolg besonders ab 1950 beitrugen. In ländlichen Verhältnissen in Westfalen aufgewachsen, hatte er zunächst eine Schuhmacher- und Holzschnitzerlehre absolviert. Erst ab einem Alter von 24 Jahren, von 1927 bis 1929, konnte er mithilfe eines bescheidenen Stipendiums die Kunstgewerbeakademie in Dresden besuchen. Im Dresdner Zoo zeichnete er Tiere aus fernen Ländern, die ihn seit seiner Kindheit faszinierten. Die Blätter, von denen er später einen Großteil zerstörte, und plastischen Studien aus jener Zeit legten den Grund für seine Tierplastiken. Mit großem Einfühlungsvermögen in die instinktgeleiteten Bewegungsmuster und die gattungseigenen Charakteristika hat Drake die Kraft und Anmut der Tiere in den Mittelpunkt gestellt. Ob Raubkatzen oder Huftiere, immer gab er die Tiere durch fließende Bewegungsverläufe und Drehungen lebendig wieder. Bei der Bronze „Jaguar“ ist die katzentypische Mischung aus momentaner Anspannung und geschärfter Beobachtung eingefangen. Der leicht gesenkte Kopf des Tieres bewegt sich gegenläufig zu dessen in äußerster Spannung aufgestelltem, fast unnatürlich gebogenem Schwanz. Trotz kräftiger Bauch- und Rückenmuskulatur sind die Rippen sichtbar. Den „Jaguar“ zeigte Drake 1930 in der Weihnachtsausstellung des Lippischen Künstlerbundes in Detmold mit beachtlichem Erfolg. Im Anschluss waren die Kleinbronze und weitere Arbeiten beim Verein Berliner Künstler zu sehen. Der hauskatzengroße „Jaguar“ ist der Vorgänger des „Jaguar“ in Lebensgröße von 1938 (Nachguss ca. 1960) im Park an der Amalienstraße in Berlin-Weißensee. | Uta Caspary

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Badende

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Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger

Mädchen aus Xanten

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Der Düsseldorfer Bildhauer Zimmermann schuf Plastiken für den öffentlichen Raum und für Kirchen. Er hatte an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Alexander Zschokke studiert; kurzzeitig lebte er in Berlin (1932/1933) und Kassel (1936). Während der NS-Zeit war er beruflich erfolgreich. Das „Mädchen aus Xanten“ schuf er wohl im Auftrag der Xantener Dombauhütte. Es existierte eine Fassung aus Ton, deren Verbleib unbekannt ist. Die Bronze befand sich bereits 1937, im Jahr ihrer Entstehung, im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin. Damit changierte die Wahrnehmung der Figur: zwischen der Lesart in einem religiösen Zusammenhang und der als ideologisch geprägte, politisch sanktionierte Darstellung, die offenbar geeignet erschien, ein nationalsozialistisches weibliches Ideal zu repräsentieren. Das „Mädchen“, das eher nach einer herangereiften jungen Frau aussieht, steht solide in Lebensgröße da, die Form ist einfach und glatt. Unter der eng anliegenden Kleidung zeichnen sich die weiblichen Konturen deutlich ab, ohne Erotik auszustrahlen; die Gestalt ist kräftig, aber nicht muskulös, der Kopf mit einem Tuch bedeckt. Das Werk war wohl nie in Berlin öffentlich ausgestellt; nach 1945 geriet es, höchstwahrscheinlich aufgrund seines Besitzes durch eine NS-belastete Institution, in völlige Vergessenheit. In den 1970er-Jahren wurde es im Keller des Pergamonmuseums in einer Holzkiste gefunden und 1980 der Nationalgalerie (Ost) übergeben. | Emily Joyce Evans