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Das Gespräch

Ident. Nr.: B I 720

ObjID: obj:959631

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Gustav Weidanz (1889 - 1970),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1957
Weitere Titel
Sammlungstitel: Das Gespräch
Übersetzung: The Conversation
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 39 x 11,5 x 7,5 cm
Erwerbung
1960 Ankauf vom Künstler, Halle/Saale

Objektbeschreibung

Die Bronzeskulptur „Das Gespräch“ war die erste der vier Kleinplastiken von Weidanz, die 1960 durch Ankauf vom Künstler in den Bestand der Nationalgalerie (Ost) übergingen. Zwei Männer, beide in einen wadenlangen Mantel gehüllt, stehen auf einer Plinte eng beieinander. Der linke Mann hat seine Arme um den anderen gelegt und spricht mit ihm, während dieser seine Arme auf dem Rücken verschränkt hat und bedächtig zuhört. Seine Augen sind geschlossen, jedoch zeigt seine Körperhaltung mit den gekreuzten Armen und Beinen eine offensichtlich zurückhaltende Position gegenüber dem Sprechenden, was auf ein psychologisches Spannungsverhältnis zwischen den beiden schließen lässt. Weidanz präsentierte in dieser Skulptur die verschiedenen Ebenen der Kommunikation. Die Szene deutet einen intimen Dialog an, der nicht nur die intellektuelle Interaktion umfasst, sondern auch eine körperliche Verbindung, die zugleich Nähe und Distanz ausstrahlt. In der Ausführung der Figuren fallen insbesondere die überlangen Körperproportionen auf, die sich in den Beinen und am Rumpf manifestieren. Sie sind Anzeichen einer Veränderung in der Entwicklung der skulpturalen Darstellung des Menschen. Weidanz nahm hierbei die Formsprache von Wilhelm Lehmbruck auf, der sich in seinem Werk zu Beginn des 20. Jahrhunderts ebenfalls von der naturgetreuen Proportionalität des Menschen entfernt hatte. | Stefanie Meisgeier

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Badende

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Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger

Mädchen aus Xanten

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Der Düsseldorfer Bildhauer Zimmermann schuf Plastiken für den öffentlichen Raum und für Kirchen. Er hatte an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Alexander Zschokke studiert; kurzzeitig lebte er in Berlin (1932/1933) und Kassel (1936). Während der NS-Zeit war er beruflich erfolgreich. Das „Mädchen aus Xanten“ schuf er wohl im Auftrag der Xantener Dombauhütte. Es existierte eine Fassung aus Ton, deren Verbleib unbekannt ist. Die Bronze befand sich bereits 1937, im Jahr ihrer Entstehung, im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin. Damit changierte die Wahrnehmung der Figur: zwischen der Lesart in einem religiösen Zusammenhang und der als ideologisch geprägte, politisch sanktionierte Darstellung, die offenbar geeignet erschien, ein nationalsozialistisches weibliches Ideal zu repräsentieren. Das „Mädchen“, das eher nach einer herangereiften jungen Frau aussieht, steht solide in Lebensgröße da, die Form ist einfach und glatt. Unter der eng anliegenden Kleidung zeichnen sich die weiblichen Konturen deutlich ab, ohne Erotik auszustrahlen; die Gestalt ist kräftig, aber nicht muskulös, der Kopf mit einem Tuch bedeckt. Das Werk war wohl nie in Berlin öffentlich ausgestellt; nach 1945 geriet es, höchstwahrscheinlich aufgrund seines Besitzes durch eine NS-belastete Institution, in völlige Vergessenheit. In den 1970er-Jahren wurde es im Keller des Pergamonmuseums in einer Holzkiste gefunden und 1980 der Nationalgalerie (Ost) übergeben. | Emily Joyce Evans