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Frau im Korsett

Ident. Nr.: B 81/15

ObjID: obj:959973

1957 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Reg Butler (1913 - 1981),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1956
Weitere Titel
Sammlungstitel: Frau im Korsett
Übersetzung: Woman in Stays
Material / Technik
Bronze, Nr. 5 von 8 Exemplaren
Abmessungen
Höhe: 51 cm
Erwerbung
1957 Ankauf von der Galerie Springer, Berlin, durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

Unter dem Titel „New Aspects of British Sculpture“ stellte im britischen Pavillon der „Biennale di Venezia“ 1952 eine Gruppe von Bildhauern aus, die in den 1910er- und 1920er-Jahren geboren und damit eine Generation jünger waren als die im internationalen Kunstgeschehen etablierten Landsleute Barbara Hepworth und Henry Moore. Im Ausstellungskatalog beschrieb der Kunstkritiker Herbert Read die kantigen, verdrehten und schrundige Oberflächen aufweisenden Figuren der acht jungen Bildhauer, unter ihnen Reg Butler, mit den Worten: „These new images belong to the iconography of despair, or of defiance; […] Here are images of flight, or ragged claws ,scuttling across the floors of silent seas’, of excoriated flesh, frustrated sex, the geometry of fear.“ In der Folge schuf Butler, ein gelernter Architekt, eine Reihe von Frauenfiguren, bei denen nicht nur die gewundene Haltung und unregelmäßige Oberflächenstruktur Reads Beschreibung bestätigen, sondern auch ihr unsicherer Balanceakt auf schmalen Metallbänken. Bei der 1956 entstandenen Plastik „Frau im Korsett“, einem der ersten bei der renommierten französischen Gießerei Susse Frères realisierten Werke, verstärken das nach oben gerichtete Gesicht und der überstreckte Hals die strapaziös wirkende Haltung der schmalen Frauengestalt. | Nina Schallenberg

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Badende

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Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger

Mädchen aus Xanten

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Der Düsseldorfer Bildhauer Zimmermann schuf Plastiken für den öffentlichen Raum und für Kirchen. Er hatte an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Alexander Zschokke studiert; kurzzeitig lebte er in Berlin (1932/1933) und Kassel (1936). Während der NS-Zeit war er beruflich erfolgreich. Das „Mädchen aus Xanten“ schuf er wohl im Auftrag der Xantener Dombauhütte. Es existierte eine Fassung aus Ton, deren Verbleib unbekannt ist. Die Bronze befand sich bereits 1937, im Jahr ihrer Entstehung, im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin. Damit changierte die Wahrnehmung der Figur: zwischen der Lesart in einem religiösen Zusammenhang und der als ideologisch geprägte, politisch sanktionierte Darstellung, die offenbar geeignet erschien, ein nationalsozialistisches weibliches Ideal zu repräsentieren. Das „Mädchen“, das eher nach einer herangereiften jungen Frau aussieht, steht solide in Lebensgröße da, die Form ist einfach und glatt. Unter der eng anliegenden Kleidung zeichnen sich die weiblichen Konturen deutlich ab, ohne Erotik auszustrahlen; die Gestalt ist kräftig, aber nicht muskulös, der Kopf mit einem Tuch bedeckt. Das Werk war wohl nie in Berlin öffentlich ausgestellt; nach 1945 geriet es, höchstwahrscheinlich aufgrund seines Besitzes durch eine NS-belastete Institution, in völlige Vergessenheit. In den 1970er-Jahren wurde es im Keller des Pergamonmuseums in einer Holzkiste gefunden und 1980 der Nationalgalerie (Ost) übergeben. | Emily Joyce Evans