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Wilhelm von Bode

Ident. Nr.: B III 105

ObjID: obj:960246

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Ernesto de Fiori (1884 - 1945),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1934
Geografische Bezüge
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
- 2.1934
Schenkung: Gemäldegalerie, Staatliche Museen zu Berlin,
2.1934 - 1970
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 38,5 x 17 x 22 cm
Erwerbung
Ankauf vom Künstler vom Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung zur Aufstellung in der Gemäldegalerie. 1970 an die Nationalgalerie überwiesen

Objektbeschreibung

Noch immer steht de Fioris Bronzebüste Wilhelm von Bodes (1845–1929) im heutigen Bode-Museum auf der Berliner Museumsinsel. Fast fünf Jahrzehnte lang, über die gesamte Zeit des deutschen Kaiserreiches, prägte und formte der Kunsthistoriker die Königlichen Museen zu Berlin wie kein zweiter Museums- und Generaldirektor. Und wenngleich Bodes Stern mit dem Ende des Kaiserreiches gesunken war, gehörte er in den 1920er-Jahren immer noch zu den bekannten Persönlichkeiten der Hauptstadt. Es muss allerdings Spekulation bleiben, ob sich Bode und de Fiori, damals ein gefragter Porträtist in Berlin, jemals persönlich begegnet sind. Den Auftrag für die Büste erhielt der Bildhauer jedenfalls nach Bodes Tod nicht von den Museen, sondern vom preußischen Kultusministerium. Dem Museumsreferenten Hans Werner von Oppen war aufgefallen, dass der Direktor der Gemäldegalerie, Karl Koetschau, „in seinem Dienstzimmer ein in keiner Weise befriedigendes Bild“ von Bode hängen hatte (SMB-ZA, I/GG 20, Bl. 288). Gemeint war wohl das Porträt, das Max Liebermann 1904 für das Kaiser-Friedrich-Museum (das heutige Bode-Museum) gemalt hatte (A III 533). Von Oppen setzte sich beim Kultusminister für die Anfertigung eines Bronzekopfes ein. Beauftragt wurde de Fiori, bei dem das Ministerium noch eine gewisse Summe ausstehen hatte und der die Büste schließlich nach einer Fotografie fertigte. Im Februar 1934 lieferte er das Werk im Museum ab, und es fand, nach einiger Diskussion, in Bodes ehemaligem Arbeitszimmer Aufstellung, während das Liebermann-Gemälde in das Zimmer des Direktors der Skulpturensammlung, Theodor Demmler, weiterzog. | Petra Winter

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Badende

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Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger

Mädchen aus Xanten

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Der Düsseldorfer Bildhauer Zimmermann schuf Plastiken für den öffentlichen Raum und für Kirchen. Er hatte an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Alexander Zschokke studiert; kurzzeitig lebte er in Berlin (1932/1933) und Kassel (1936). Während der NS-Zeit war er beruflich erfolgreich. Das „Mädchen aus Xanten“ schuf er wohl im Auftrag der Xantener Dombauhütte. Es existierte eine Fassung aus Ton, deren Verbleib unbekannt ist. Die Bronze befand sich bereits 1937, im Jahr ihrer Entstehung, im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin. Damit changierte die Wahrnehmung der Figur: zwischen der Lesart in einem religiösen Zusammenhang und der als ideologisch geprägte, politisch sanktionierte Darstellung, die offenbar geeignet erschien, ein nationalsozialistisches weibliches Ideal zu repräsentieren. Das „Mädchen“, das eher nach einer herangereiften jungen Frau aussieht, steht solide in Lebensgröße da, die Form ist einfach und glatt. Unter der eng anliegenden Kleidung zeichnen sich die weiblichen Konturen deutlich ab, ohne Erotik auszustrahlen; die Gestalt ist kräftig, aber nicht muskulös, der Kopf mit einem Tuch bedeckt. Das Werk war wohl nie in Berlin öffentlich ausgestellt; nach 1945 geriet es, höchstwahrscheinlich aufgrund seines Besitzes durch eine NS-belastete Institution, in völlige Vergessenheit. In den 1970er-Jahren wurde es im Keller des Pergamonmuseums in einer Holzkiste gefunden und 1980 der Nationalgalerie (Ost) übergeben. | Emily Joyce Evans