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Kopf S. H. (I)

Ident. Nr.: B I 662

ObjID: obj:960332

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Bernhard Heiliger (1915 - 1995),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1947
Weitere Titel
Sammlungstitel: Kopf S. H. (I)
Übersetzung: Head of S. H. (I)
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
587274
Kauf: Magistrat von Groß-Berlin,
1948–1951
Material / Technik
Zement
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 29 x 23 x 23 cm
Erwerbung
1948 Ankauf für die Galerie des 20. Jahrhunderts. 1951 Schenkung des Magistrats von Groß-Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

Die hier porträtierte Susanne Harder (1916–1999) war eine mit der Familie Heiliger befreundete Fotografin. Ihr Mann, Siegfried Harder, der im Krieg vermisst und später für tot erklärt wurde, war ein Kommilitone Heiligers an der Kunstgewerbeschule in Stettin. Vermutlich entstand der Kopf während eines Besuchs Harders bei den Heiligers in Berlin im Februar/März 1947. Die Proportionen sind über- bzw. unterdimensioniert geformt, der Kopf wird nach oben hin breiter, der Hals hingegen bleibt schmal. Das Gesicht ist wenig detailliert ausgestaltet und wirkt durch seine schematische Anlage archaisch. Die Haare umrahmen das Gesicht statisch, wie ein Kranz. Lebendigkeit entsteht durch die leichte Neigung des Kopfes sowie das sympathisch-warme Lächeln, das die Mundpartie umspielt und das von der Kunstkritik mehrfach lobend hervorgehoben wurde. Auf einem Faltblatt zu Heiligers erster Einzelausstellung, 1948 in der Galerie Bremer in Berlin, wurde der Kopf als Hauptwerk beworben. Als sich das Ehepaar Heiliger 1953 trennte, zog Ruth Maria Linde-Heiliger, die ebenfalls Bildhauerin war, in die Nähe von Harder nach Eiderstedt an der Nordseeküste. | Anja Pawel

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Badende

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Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger

Mädchen aus Xanten

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Der Düsseldorfer Bildhauer Zimmermann schuf Plastiken für den öffentlichen Raum und für Kirchen. Er hatte an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Alexander Zschokke studiert; kurzzeitig lebte er in Berlin (1932/1933) und Kassel (1936). Während der NS-Zeit war er beruflich erfolgreich. Das „Mädchen aus Xanten“ schuf er wohl im Auftrag der Xantener Dombauhütte. Es existierte eine Fassung aus Ton, deren Verbleib unbekannt ist. Die Bronze befand sich bereits 1937, im Jahr ihrer Entstehung, im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin. Damit changierte die Wahrnehmung der Figur: zwischen der Lesart in einem religiösen Zusammenhang und der als ideologisch geprägte, politisch sanktionierte Darstellung, die offenbar geeignet erschien, ein nationalsozialistisches weibliches Ideal zu repräsentieren. Das „Mädchen“, das eher nach einer herangereiften jungen Frau aussieht, steht solide in Lebensgröße da, die Form ist einfach und glatt. Unter der eng anliegenden Kleidung zeichnen sich die weiblichen Konturen deutlich ab, ohne Erotik auszustrahlen; die Gestalt ist kräftig, aber nicht muskulös, der Kopf mit einem Tuch bedeckt. Das Werk war wohl nie in Berlin öffentlich ausgestellt; nach 1945 geriet es, höchstwahrscheinlich aufgrund seines Besitzes durch eine NS-belastete Institution, in völlige Vergessenheit. In den 1970er-Jahren wurde es im Keller des Pergamonmuseums in einer Holzkiste gefunden und 1980 der Nationalgalerie (Ost) übergeben. | Emily Joyce Evans