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An der Quelle

Ident. Nr.: A IV 345

ObjID: obj:960341

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Erwin Hahs (1887 - 1970),
Künstler*in
Datierung
1957
Weitere Titel
Sammlungstitel: An der Quelle
Übersetzung: At the Fountain
Provenienz
Nachlass/Vermächtnis: Iris Hahs-Hofstetter, Zernsdorf,
wahrscheinlich 1970 - 1977
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 75,5 x 62,5 cm
Erwerbung
1977 Ankauf von der Witwe des Künstlers, Zernsdorf

Objektbeschreibung

Nach dem Ende des Nationalsozialismus hatte Hahs im November 1946 auf seinen Lehrstuhl an der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein in Halle an der Saale zurückkehren können. Dort verwahrte er sich gegen den vorgeschriebenen Sozialistischen Realismus und malte neben gegenständlichen auch abstrakte Bilder. Nach Diffamierungen durch Presseorgane der DDR wurde er 1952 zum Ausscheiden aus dem Lehramt gedrängt und in den Ruhestand versetzt. 1956 übersiedelte er nach Zernsdorf südöstlich von Berlin. In vielen Werken, etwa den religiösen Gemälden für die Friedhofskapelle Zernsdorf oder die Dorfkirche in Alt Drewitz, verband Hahs biblische oder mythologische Themen mit einer gemäßigt modernen Darstellungsweise. Auch „An der Quelle“ wirkt wie eine freie Zusammenstellung kunsthistorischer Zitate. Die in intensivem Gelb gemalte Frauenfigur erinnert in Leuchtkraft, Körperhaltung und fragwürdiger Anatomie an Rembrandts „Bathseba im Bade“ (1656; Louvre, Paris). Demnach könnte es sich bei den beiden versteckten Voyeuren rechts um König David und seinen Diener handeln. Ebenso lässt sich die Geschichte von Susanna und den beiden Alten assoziieren, eine Szene, die Hahs bereits 1943 gemalt hatte (Privatbesitz). Der Wasserspeier links steht in der Tradition antiker Brunnen mit grotesken Gesichtern, wie sie in Renaissance, Barock und Manierismus wieder aufgenommen wurde, etwa von Giacomo della Porta in seinem Wasserspender für das Forum Romanum, der sich seit 1936 an der Basilika Santa Sabina befindet. | Dieter Scholz

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz