Im Atelier
Ident. Nr.: A IV 549
ObjID: obj:960360
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1948
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Im AtelierÜbersetzung: In the Studio
- Provenienz
- Nachlass/Vermächtnis: Sohn des Künstlers, Berlin (West),
wahrscheinlich 1975 - 1985Kauf: Staatlicher Kunsthandel der DDR,
1985–1986 - Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 100,5 x 85,5 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/960360
Objektbeschreibung
Die DDR und ihre Kunstgeschichte haben es mit Strempel nicht gut gemeint. Weder seine klare künstlerische Positionierung gegen den Faschismus und für die Aufarbeitung der Verbrechen des Nationalsozialismus – eindrucksvoll in seinem Hauptwerk „Nacht über Deutschland“ demonstriert (A III 257) – noch seine Mitgliedschaft in der KPD sowie später der SED halfen ihm angesichts einer engstirnigen Kunstpolitik, die seine Arbeiten als „gesellschaftsfeindlich und antiästhetisch“ bezeichnete (zitiert nach WVZ Saure 1992, S. 79). Nach der Zerstörung eines seiner Wandbilder am Bahnhof Berlin-Friedrichstraße und der Entlassung von seiner Professur an der Kunsthochschule Weißensee siedelte er 1953 nach West-Berlin über. Hier war er zunächst weitgehend unbekannt. Jahrzehnte später räumte der ostdeutsche Kunsthistoriker Lothar Lang das Versagen dieses Kunstsystems ein: Künstler wie Strempel seien infolge einer „ans 19. Jahrhunderts geketteten Realismusauffassung […] nicht verstanden worden“ (Lothar Lang, Malerei und Graphik in der DDR, Leipzig 1983, S. 43 f.). Strempels stilistische Spannweite, geschult ebenso an Alten Meistern wie am Expressionismus, aber auch an Kollegen wie Pablo Picasso oder Karl Hofer, war zu groß für die starren Vorstellungen des sozialistischen Staates. Anschaulich wird diese Diskrepanz in seinem Atelierbild: Skizzenhaft angelegt, mit Hell-Dunkel-Effekten arbeitend, kippt die Szene ins Surreale, sodass nicht deutlich wird, ob sich die Modelle gleichzeitig im Atelier befinden oder vom Künstler, der als Selbstporträt Teil der Szenerie ist, imaginiert sind. | Sven Haase
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
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