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Kniende

Ident. Nr.: B III 123

ObjID: obj:960619

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Georg Kolbe (1877 - 1947),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1926
Weitere Titel
Sammlungstitel: Kniende
Originaltitel: Donna in ginocchio
Übersetzung: Kneeling Woman
Geografische Bezüge
Provenienz
Georg Kolbe Museum Berlin,
1970
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 54,5 x 24,5 x 19,5 cm
Erwerbung
1970 Schenkung des Georg Kolbe Museums im Zusammenhang mit der Rückgabe von Kolbe-Zeichnungen

Objektbeschreibung

Nach den stilisierten Figuren der frühen 1920er-Jahre (vgl. „Klage“, B I 443) kehrte Kolbe um die Mitte des Jahrzehnts zu einer natürlicheren Formensprache zurück. Typisch für die Werke dieser Zeit ist eine lockere, gleichsam impressionistische Oberfläche. Besonders beliebt waren seine Figuren mittlerer Größe, die sportlich oder graziös, ausgelassen oder besinnlich erscheinen. Letztere waren im gesamten Werk des Bildhauers die beliebtesten Figuren überhaupt. Von der „Knienden“ wurden circa sechzig Bronzen in der Berliner Gießerei Noack hergestellt; zu Lebzeiten des Künstlers waren es schon etwa vierzig Güsse. Exemplare befinden sich in Museen von Duisburg, Gelsenkirchen, Saarbrücken, Den Haag, Philadelphia, Princeton und im Georg Kolbe Museum, Berlin (Nachlass des Künstlers), sowie in zahlreichen Privatsammlungen. Die vorliegende Bronze kam auf ungewöhnliche Weise in die Sammlung der Nationalgalerie (Ost). Kolbe hatte im Zweiten Weltkrieg seine eigenen Zeichnungen in der Nationalgalerie untergestellt. Diese gelangten nach Kriegsende mit Beständen der Museumsinsel in die Sowjetunion. Kolbe-Zeichnungen befanden sich dann auch unter den Rückgaben nach Ost-Berlin. Maria von Tiesenhausen, die Enkelin des Bildhauers und damalige Leiterin des Georg Kolbe Museums in Berlin (West), gelang es 1970, ein umfangreiches Konvolut zurückzuerhalten. In diesem Zusammenhang übergab sie der Nationalgalerie (Ost) die Bronze der „Knienden“, außerdem verblieb ein kleiner Teil der Zeichnungen in den Staatlichen Museen (heute im Kupferstichkabinett). Zuvor hatte schon die Eremitage in Sankt Petersburg etliche der schönsten Zeichnungen einbehalten. | Ursel Berger

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Badende

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Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger

Mädchen aus Xanten

Mädchen aus Xanten

Der Düsseldorfer Bildhauer Zimmermann schuf Plastiken für den öffentlichen Raum und für Kirchen. Er hatte an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Alexander Zschokke studiert; kurzzeitig lebte er in Berlin (1932/1933) und Kassel (1936). Während der NS-Zeit war er beruflich erfolgreich. Das „Mädchen aus Xanten“ schuf er wohl im Auftrag der Xantener Dombauhütte. Es existierte eine Fassung aus Ton, deren Verbleib unbekannt ist. Die Bronze befand sich bereits 1937, im Jahr ihrer Entstehung, im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin. Damit changierte die Wahrnehmung der Figur: zwischen der Lesart in einem religiösen Zusammenhang und der als ideologisch geprägte, politisch sanktionierte Darstellung, die offenbar geeignet erschien, ein nationalsozialistisches weibliches Ideal zu repräsentieren. Das „Mädchen“, das eher nach einer herangereiften jungen Frau aussieht, steht solide in Lebensgröße da, die Form ist einfach und glatt. Unter der eng anliegenden Kleidung zeichnen sich die weiblichen Konturen deutlich ab, ohne Erotik auszustrahlen; die Gestalt ist kräftig, aber nicht muskulös, der Kopf mit einem Tuch bedeckt. Das Werk war wohl nie in Berlin öffentlich ausgestellt; nach 1945 geriet es, höchstwahrscheinlich aufgrund seines Besitzes durch eine NS-belastete Institution, in völlige Vergessenheit. In den 1970er-Jahren wurde es im Keller des Pergamonmuseums in einer Holzkiste gefunden und 1980 der Nationalgalerie (Ost) übergeben. | Emily Joyce Evans