Selbstbildnis Verso: Geiger
Ident. Nr.: B 77/22
ObjID: obj:960731
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1921
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Selbstbildnis Verso: GeigerÜbersetzung: Self Portrait Verso: Violinist
- Provenienz
- im Besitz des Künstlers,
1956Kauf: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1956–1968 - Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 102 x 73 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/960731
Objektbeschreibung
1921 war Fritsch 29 Jahre alt. Vor dem Krieg hatte er eine Ausbildung im Berliner Entwurfsatelier für Wandstoffe und Tapeten begonnen und an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewebemuseums Gebrauchsgrafik studiert. Von 1914 bis 1918 war Fritsch Soldat, anschließend arbeitete er als Zeichenlehrer in Berlin, wo er der Novembergruppe und der Berliner Secession beitrat. Nach einer kubistischen Phase und einer intensiven Begegnung mit der Kunst Marc Chagalls wandte er sich zur Zeit des Selbstporträts einer neusachlichen Haltung zu. Der Künstler stellt sich in seinem Bildnis den Betrachter:innen frontal in Dreiviertelfigur. Das Porträt hält zwischen symbolschwangerer Inszenierung und nüchterner Dingwiedergabe eine wie selbstverständlich wirkende, unaufgeregte Balance, so wie auch die Gegensätze von innen und außen, Tag und Nacht, Wohnlichkeit und Ausgesetztheit sich scheinbar bruchlos zusammenfinden. Die zeremoniell zu den Betrachter:innen hin geöffnete ausgestreckte rechte Hand und die Linke, die den blauen Schal vor der Brust hält, erinnern an Max Beckmanns Selbstporträt als Clown aus demselben Jahr (Von der Heydt-Museum, Wuppertal), mit dem die Rolle des Künstlers als Christus-Typus ad absurdum geführt wird. Der nachtdunkle rechteckige Fensterausschnitt hinter dem Kopf könnte in diesem Sinne als dunkler Nimbus gelesen werden. Doch gleichzeitig fehlt, für Fritsch charakteristisch, der tragische Unterton. Körperhaltung und Gesichtsausdruck strahlen gelassene Beherrschtheit aus. | Kyllikki Zacharias
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
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Neue Nationalgalerie
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nng@smb.spk-berlin.de