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Malerische Formel

Ident. Nr.: NG 36/59

ObjID: obj:961168

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Paul Mansouroff (1896 - 1983),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1924
Weitere Titel
Sammlungstitel: Malerische Formel
Übersetzung: Painterly Formula No. 88
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
388613
Abmessungen
Höhe x Breite: 85,5 x 21,5 cm
Erwerbung
1959 Ankauf von der Galerie Diogenes, Berlin (West), aus Mitteln der Stiftung Theodor Heuss

Objektbeschreibung

Paul Mansouroff (auch Pavel Mansurov) gehörte zur russischen Avantgarde; 1923 war er Mitbegründer des Staatlichen Instituts für Künstlerische Kultur (Ginchuk) in Petrograd (Sankt Petersburg). Eine enge Freundschaft verband ihn mit Kasimir Malewitsch, dem Begründer des Suprematismus, und auch er selbst wurde als Suprematist bekannt. Einige Jahre lang malte er abstrakte Bilder, häufig als „Malerische Formel“ betitelt und vorzugsweise im schmalen Hochformat. Das Werk der Nationalgalerie zeigt, wie viele andere auch, vertikal aufeinanderfolgende Farbbereiche, über denen einfache geometrische Formen schweben. Im oberen Drittel bildet ein weißer Kreis auf weißem Grund einen kaum erkennbaren Kontrast, am unteren Rand tritt ein dunkelgrünes Quadrat vor komplementär dunkelrotbraunem Hintergrund wenig hervor. Dazwischen jedoch entsteht vor ganz dunklem Fond eine geradezu räumliche Wirkung: Zwischen leuchtend roten und schwarzen Flächen verläuft eine scharfe horizontale Grenze. Das auf ihr sitzende gelbe Rechteck wird von einer Schattierung in zwei Hälften geteilt. Zusammen erzeugen die drei Farben samt der durchgezogenen Linie den Eindruck einer Faltung. Mit einfachsten Mitteln hat Mansouroff so eine dritte Dimension angedeutet. Ende der 1920er-Jahre verließ er Russland und lebte fortan in Paris. 1959 lernte Leopold Reidemeister, damals Generaldirektor der Staatlichen Museen und Direktor der Nationalgalerie in West-Berlin, Mansouroff über den Komponisten Nicolas Nabokov kennen und besuchte ihn für den Ankauf des Bildes in seinem Pariser Atelier (Schreiben von Astrid Lauterbach an Dieter Honisch, 4.3.1999, Bildakte in der Neuen Nationalgalerie). | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Badende

Badende

Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger

Mädchen aus Xanten

Mädchen aus Xanten

Der Düsseldorfer Bildhauer Zimmermann schuf Plastiken für den öffentlichen Raum und für Kirchen. Er hatte an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Alexander Zschokke studiert; kurzzeitig lebte er in Berlin (1932/1933) und Kassel (1936). Während der NS-Zeit war er beruflich erfolgreich. Das „Mädchen aus Xanten“ schuf er wohl im Auftrag der Xantener Dombauhütte. Es existierte eine Fassung aus Ton, deren Verbleib unbekannt ist. Die Bronze befand sich bereits 1937, im Jahr ihrer Entstehung, im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin. Damit changierte die Wahrnehmung der Figur: zwischen der Lesart in einem religiösen Zusammenhang und der als ideologisch geprägte, politisch sanktionierte Darstellung, die offenbar geeignet erschien, ein nationalsozialistisches weibliches Ideal zu repräsentieren. Das „Mädchen“, das eher nach einer herangereiften jungen Frau aussieht, steht solide in Lebensgröße da, die Form ist einfach und glatt. Unter der eng anliegenden Kleidung zeichnen sich die weiblichen Konturen deutlich ab, ohne Erotik auszustrahlen; die Gestalt ist kräftig, aber nicht muskulös, der Kopf mit einem Tuch bedeckt. Das Werk war wohl nie in Berlin öffentlich ausgestellt; nach 1945 geriet es, höchstwahrscheinlich aufgrund seines Besitzes durch eine NS-belastete Institution, in völlige Vergessenheit. In den 1970er-Jahren wurde es im Keller des Pergamonmuseums in einer Holzkiste gefunden und 1980 der Nationalgalerie (Ost) übergeben. | Emily Joyce Evans

Aggression II

Aggression II

1960 erhielt der Bildhauer Uhlmann von der Kommission für Kunst am Bau der Stadt Stuttgart den Auftrag für eine Skulptur vor dem Eingangsbereich der neuen Bibliothek der damaligen Technischen Hochschule. Während er sonst häufig Stahl verwendete, entschied sich der Bildhauer hier für dunkel patiniertes Messing. Wenngleich Kommunalpolitiker und Öffentlichkeit das Werk nach seiner Aufstellung mit harscher Kritik bedachten, gab es auch zahlreiche wohlwollende Stimmen. Darunter die des Architekten des Bibliotheksneubaus, Hans Volkart, der in der Plastik „kein Experiment, sondern [den] Ausdruck der Kunst unserer Epoche in der ganzen Welt“ sah. (Kurzbericht von Hans Volkart an das Rektoramt vom 9.7.1962, in: Universitätsarchiv Stuttgart, 17/251) Wenige Jahre später widmete sich der Künstler dem Motiv erneut in einer kleinen Fassung. Ebenfalls als flächige Metallplastik, jedoch deutlich kompakter und ohne lange Streben als tragende Elemente legte er das Werk „Aggression II“ an. Stilistisch und formal gehören beide Fassungen zu den von Uhlmann selber definierten „flächigen Metallplastiken,“ die sein Schaffen ab den ausgehenden 1950er-Jahren bis zu seinem Tod 1975 charakterisieren. Dass die Stuttgarter Version und damit das Motiv generell für den Künstler von großer Bedeutung gewesen ist, belegt die Tatsache, dass ein Detail der Großplastik Jahre später das Plakat sowie auch das Cover des Katalogs zu seiner Retrospektive in der Berliner Akademie der Künste 1968 schmückte. | Dorothea Schöne