Männlicher Kopf
Ident. Nr.: B I 675
ObjID: obj:961189
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1930/1931
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Männlicher KopfÜbersetzung: Head of a Man
- Provenienz
- Sichergestellt durch das Amt für Rückführungen beim Berliner Magistrat,
400473Magistrat von Groß-Berlin, Amt Museen und Sammlungen, Referat Rückführungen,
5.11.1949–1951 - Material / Technik
- Bronze
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 37 x 21,5 x 26,5 cm
- Erwerbung
- Nach 1945 sichergestellt durch das Amt für Rückführungen von Kunstgütern beim Berliner Magistrat und der Nationalgalerie zur Verwahrung übergeben. 1951 Schenkung des Magistrats von Groß-Berlin (Ost)
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/961189
Objektbeschreibung
Für die Gemeinde der Oranier-Gedächtniskirche in Biebrich am Rhein hatte Scheibe 1930 ein Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs geschaffen. Das lebensgroße Hochrelief aus Sandstein im Vorraum der Kirche zeigt einen trauernden Soldaten in langem Mantel, seine Hände umfassen ein Schwert. Den geneigten, sich deutlich vom Reliefgrund abhebenden Kopf rahmen angedeutete Flügel, die an den Erzengel Michael erinnern, der im Ersten Weltkrieg als Schutzpatron des Deutschen Heeres gegolten hatte. Nur durch einen Zufall entstand die Idee, den Kopf separat gießen zu lassen, wie sich Scheibe später erinnerte: Bei der Zerstörung des Modells sei ihm der Kopf aus Ton heruntergefallen, und er habe daraufhin, offenbar selbst von dessen Schönheit überrascht, noch im selben Jahr einen ersten Guss anfertigen lassen (vgl. Hans Konrad Röthel, Richard Scheibe, in: Lübecksche Blätter, 83. Jg. [1941], Nr. 11, S. 120). Wie so oft bei Scheibe hatte ihm einer seiner Studenten Modell gestanden. Ob es sich dabei um Wilhelm Belz (1906–1943) oder Richard Martin Werner (1903–1949) handelte, bleibt ungewiss, wenngleich die Ähnlichkeit mit dem zuvor geschaffenen „Porträt Willi Belz“ (Verbleib unbekannt, WVZ George 1961, 1928/213) für diesen spricht. Nur durch wenige formale Veränderungen wie den leicht zur Seite geneigten Kopf, den gesenkten Blick und den fest geschlossenen Mund hat der Bildhauer das jugendliche Porträt seines Schülers in die ausdrucksstarke, aber unpathetische Darstellung eines leidenden Soldaten verwandelt. Unter wechselnden Titeln wurde die Büste als eigenständiges Werk publiziert und in zahlreichen Ausstellungen gezeigt. | Carolin Jahn
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
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Neue Nationalgalerie
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nng@smb.spk-berlin.de