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Mädchen mit Blütenkranz im Haar

Ident. Nr.: B 580

ObjID: obj:961279

1962 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Paula Modersohn-Becker (1876 - 1907),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: um 1901
Weitere Titel
Sammlungstitel: Mädchen mit Blütenkranz im Haar
Übersetzung: Girl with Floral Wreath in Her Hair
Provenienz
Nachlass/Vermächtnis: Otto Modersohn,
1907–1921
Kauf: Städtische Galerie im Städelschen Kunstinstitut, Frankfurt am Main,
1921–25.8.1937
Beschlagnahmung: Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, Berlin,
25.8.1937–2.3.1939
Tausch: Emanuel und Sofie Fohn, Rom,
370460
Günter Ranft,
1939
Willi Raeber, Basel,
spätestens 1944 - mindestens 1945
Galerie Alex Vömel, Düsseldorf,
1957
Privatbesitz Rheinland,
nach 1957 - höchstens 1962
Galerie Alex Vömel, Düsseldorf,
1962–1962
Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1962–1968
Land Berlin,
377686
Material / Technik
Öl auf Leinwand auf Pappe
Abmessungen
Höhe x Breite: 38,8 x 49 cm
Rahmenmaß: 51 x 61 x 7,5 cm
Erwerbung
1962 Ankauf durch das Land Berlin mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts

Objektbeschreibung

Im Sommer des Jahres 1900 war Helene, die seit langem kranke Frau des Künstlerfreundes Otto Modersohn, in Worpswede gestorben. Sie hinterließ die kleine Tochter Elsbeth (1898–1984). Noch im gleichen Jahr begannen Paula Becker und Otto Modersohn ihre Beziehung. Den Winter 1901 verbrachte Paula Becker in Berlin, um sich nach dem Willen der Eltern, zum Beispiel mit einem Kochkurs, auf die Ehe vorzubereiten. Aber sie besuchte auch die Museen und träumte das zukünftige Künstlerleben. Am 12. Februar heißt es in einem Brief an Otto Modersohn: »Und dann denke ich, daß ich Elsbeth malen werde mit ihrem goldenen Gelock und daß wir drei in der Heuzeit uns in einen großen einsamen Heuhaufen setzen werden und miteinander spielen wie drei große Kinder. O, ich denke mir überhaupt immer so viel Schönes aus. Du auch?« (P. Modersohn-Becker, Briefe und Aufzeichnungen, Leipzig 1982, S. 180). Die nahsichtige Büste der kleinen Elsbeth steht wie jene im Bild »Mädchen mit Blumenkranz« (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A II 640) vor einem großen Himmel über ebenem Land, beide schauen den Betrachter direkt und ernst an. Das Mädchen an der Schwelle zum Erwachsenenalter sehen wir groß und schmal im Hochformat, das kleine Mädchen im behäbigen Breitformat. Der Kulturform Vase mit Gesteck dort entspricht hier die Naturform der noch kahlen Bäume. Um den Kopf trägt Elsbeth einen dicken Blütenkranz gleich einem wärmenden Schal. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 28.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Selbstporträt

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Zeitlebens porträtierte sich Händler selbst, wobei er sich immer in seiner Profession darstellte – wenn nicht direkt in seinem Atelier, dann stets mit Attributen, die ihn als Maler ausweisen. In „Selbstporträt“ (1978) verortet sich der Künstler in seinem karg und eng wirkenden Arbeitsraum als Bruststück in Dreiviertelansicht im Mittelpunkt des Bildes – umgeben von Objekten, die auf seine Tätigkeit verweisen: Links im Vordergrund erblickt man die im Anschnitt dargestellte Rückseite einer auf den Keilrahmen gespannten Leinwand, aus der rechten unteren Bildecke hereinkommend zwei aufeinanderliegende Farbkästen mit Tuben auf einem Tisch. An der Wand im Hintergrund hängen drei Bilder, die auf Händlers bevorzugte Genres hindeuten: Links im Hochformat ein weiblicher Akt, rechts ein Stillleben im Querformat, darunter ein Kopfstück. Der Maler selbst scheint der Leinwand vor ihm zugewandt, doch sein Blick geht an ihr vorbei zu den Betrachtenden. Charakteristisch ist nicht nur die vorwiegend auf Grau-, Braun- und Ockertönen basierende Farbpalette, sondern auch der Blick aus dem Bild: Die fortwährende Selbstbefragung, die Händler in seinen Selbstbildnissen anstellt, findet stets im Angesicht seines Gegenübers – seiner Zeit und Zeitgenoss*innen – statt. Dabei ist ein unscheinbares Detail, das auch in Gruppenbildern wiederkehrt, die brennende Lampe, die in diesem Gemälde als Symbol für das Sehen im Sinne von (Selbst-)Erkenntnis steht. | Michaela Mai

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Kleine Liegende (Ruhende)

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Nur knapp findet die junge Frau Platz auf dem Sockel, ein Ellenbogen, das rechte Knie sowie die Zehen des linken Fußes weisen sogar ein Stück darüber hinaus. Das bekannte Motiv der ruhenden Nymphe, die sich den Betrachter:innen in ihrer ungezwungenen Nacktheit verführerisch darbietet, diente dem Bildhauer Lammert hier sicher als Vorbild. Frauenakte stellten insbesondere um 1930 sein bevorzugtes Sujet in Zeichnung und Plastik dar. Mehrere Varianten existieren von diesem Figurentypus aus jenen Jahren, in denen er mit kräftigen, runden und stark vereinfachten Formen experimentierte, die er massiv und grob ausgeführt hat. Seine Lehre hatte der im westfälischen Hagen zur Welt gekommene Künstler als Stuck-, Holz- und Steinbildhauer begonnen. In seiner Geburtsstadt arbeitete er anschließend für kurze Zeit im Atelier des Bildhauers und Grafikers Moissey Kogan. Mithilfe seines Mäzens, des Industriellensohnes Karl Ernst Osthaus, der auch Kogan unterstützte, konnte der mittellose Lammert ab 1911 durch ein Stipendium an der Kunstgewerbeschule in Hamburg bei dem Jugendstilkünstler Richard Luksch studieren. Während jener Zeit verbrachte er ein Jahr bei Kogan in Paris, wo er auch die Künstler Otto Freundlich und Alexander Archipenko kennenlernte. Vor allem die abstrahierte Formensprache Archipenkos klingt gelegentlich in Lammerts Skulpturen an. 1933 musste der Künstler aus Deutschland fliehen. Viele seiner zurückgelassenen Werke wurden während der Aktion „Entartete Kunst“ zerstört, doch manche von ihnen sind heute durch Aufnahmen des Fotografen Albert Renger-Patzsch bekannt, mit dem Lammert befreundet war. | Anja Pawel

Dünen am Wattenmeer

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Während Kaus vor dem Krieg noch figürlich arbeitete (vgl. „Schleppdampferhafen“, 1931, A II 752; „Mecklenburgische Dorfstraße“, 1932, A II 1062), entwickelte der leidenschaftliche Kolorist nach 1945 eine neue Bildsprache zwischen Figuration und Abstraktion. Landschaften, Architekturen und Innenräume löste er in flächige Formen auf. Er selbst beschrieb seinen künstlerischen Ausdruck rückblickend so: „In meiner Weise besteht ja ein Kunstwerk im Wesentlichen darin, dass es nicht ein direktes Abbild gibt, sondern dass es vielmehr eine Versammlung der besonderen Empfindung ist, hineingebaut durch eine echte Gliederung von Formen und Farbe.“ (zit. nach Max Kaus – Erich Heckel. Eine Künstlerfreundschaft, Ausst.-Kat. Brücke Museum, Berlin, 2015, S. 23f.) Das vorliegende Werk gehört zu einer Reihe abstrahierender Landschaftsgemälde, die auf Reisen des Künstlers an die Nordsee entstanden. Jedoch lassen sie ihr Motiv – in diesem Fall eine Dünenlandschaft auf Amrum – weiterhin erkennen. Die Gemälde, die Kaus letztlich im Atelier ausführte, fußen auf zahlreichen Skizzen, die er während seiner Tage an der See angefertigt hatte. Verschiedene grüngelbe sowie dunkel- und hellviolette Farbflächen dominieren das Gemälde. Ornamental ineinandergreifend, verleihen sie ihm einen expressiven Charakter. Die sich auftürmenden Dünen im Bildvordergrund stehen im Kontrast zu der glatten, überwiegend in hellen Pastelltönen gehaltenen, ruhigen Wasserfläche und des Himmels im Bildhintergrund, wobei beide durch Spiegelungen und Lichtreflexe eng miteinander in Beziehung stehen. | Lisa Hackmann