Skulptur 23
Ident. Nr.: NG 16/73
ObjID: obj:961327
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1923 (Guss 1966)
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Skulptur 23Übersetzung: Sculpture 23
- Geografische Bezüge
- Provenienz
- im Besitz des Künstlers,
1966–1972Nachlass/Vermächtnis: Rudolf Belling Archiv, Krailling,
1972–1973Galerie Klihm,München,
1973 - Material / Technik
- Messing
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 42 x 21,5 x 24 cm (inkl. Plinthe)
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/961327
Objektbeschreibung
Das im expressiven „Kopf in Mahagoni“ (FNG 95/04) 1921 entwickelte Darstellungsprinzip aus Positiv- und Negativformen übertrug Belling zwei Jahre später in eine Formensprache, die sich auf die Maschinenästhetik des Konstruktivismus bezieht. Die nach ihrem Entstehungsjahr benannte „Skulptur 23“ ist ein schematisierter, in geometrische Einzelteile zergliederter Kopf. Kompakte Flächen und Körper werden umspielt von linearen Elementen. So setzt am höchsten Punkt der Halbkugel, die wie ein massiver Helm wirkt, eine zarte Linie an, die den Umriss der Nase in den Raum zeichnet. Ein geschlossenes Auge wird durch aufeinandergelegte Querbalken bezeichnet, das geöffnete durch eine Kugel, die auf einem dünnen Draht schwebt. In der Seitenansicht erinnert Bellings Skulptur an die abstrahierten Köpfe Oskar Schlemmers, etwa in dem 1922 gezeichneten Bauhaussignet. Eine weitere Anregung dürfte ein Theaterstück Karel Čapeks gewesen sein, dessen deutsche Fassung, „W. U. R.“ (Werstands Universal Robots), im Frühjahr 1923 im Berliner Theater am Kurfürstendamm zu sehen war. Es handelt von der Herstellung künstlicher Menschen, das hierfür erstmals gebrauchte Wort „Roboter“ gelangte rasch in die Alltagssprache. Mit dem Thema des Androiden hatte sich Belling schon 1914 beschäftigt, als er für Paul Wegeners Film „Der Golem“ unter anderem eine lebensgroße Puppe herstellte. Doch anders als diese ist die „Skulptur 23“ als Maschinenwesen charakterisiert, nicht zuletzt aufgrund ihrer auf Hochglanz polierten Oberfläche. Zu Lebzeiten des Künstlers wurden sieben Güsse ausgeführt, darunter jener der Nationalgalerie mit beweglichem Augenlid. | Dieter Scholz
Letzte Aktualisierung: 29.04.2026
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Neue Nationalgalerie
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nng@smb.spk-berlin.de