Gefesselte
Ident. Nr.: B III 29
ObjID: obj:961521
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1933
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: GefesselteÜbersetzung: Shackled
- Provenienz
- im Besitz des Künstlers,
1966 - Material / Technik
- Mooreichenholz
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 133 x 51 x 34,5 cm
- Erwerbung
- 1966 Ankauf vom Künstler aus Mitteln des Kulturfonds der DDR
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/961521
Objektbeschreibung
Aus einem rau bearbeiteten, dunklen Baumstamm erhebt sich der Torso einer weiblichen Figur. Er gleicht vielmehr einem Relief als einer vollplastischen Skulptur, denn die Gliedmaßen und die Rückseite des Körpers verschwinden in dem mit tiefen Kerben versehenen Baumstumpf, als handele es sich um Daphne, die sich auf der Flucht vor Apoll in einen Baum verwandelt (vgl. Renée Sintenis, „Daphne“, NG 48/81). Ebenso wie für seine „Stehende (Junges Mädchen)“ (B III 30) wählte Arnold, der als Sohn eines Steinmetzen in Leipzig geboren worden war, für diese Figur dunkles Mooreichenholz, das der Darstellung einen dramatischen Charakter verleiht. Und wie bei jener Skulptur griff er auch hier den Stil der Holzplastiken auf, den die Mitglieder der Künstlergruppe Brücke etwa zwanzig Jahre zuvor entwickelt hatten; insbesondere orientierte er sich an den üppig-erotisierenden Frauendarstellungen Ernst Ludwig Kirchners (vgl. dessen „Stehende“, B III 118). Während diese Figur Arnolds noch mystisch anmutet und der Formensprache der „Naturvölker“ (wie sie seinerzeit etwa durch die Brücke-Künstler aufgefasst wurden) entlehnt zu sein scheint, wurde der Künstler nach dem Zweiten Weltkrieg als Hochschullehrer in Leipzig und Dresden zu einem der wichtigsten sozialistisch-realistischen Bildhauer der DDR. Er galt dort als „humanistischer“ Künstler, der sich Themen wie dem einfachen Leben seiner meist weiblichen Figuren widmete. Ab den 1970er-Jahren wandte sich Arnold innerhalb seines sowohl im Material als auch in der Motivwahl vielfältigen Œuvre zunehmend der Abstraktion im Stil von Hans Arp und Henry Moore zu. | Anja Pawel
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
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