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Gesichtslandschaft II

Ident. Nr.: NG 4/73

ObjID: obj:961984

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Marwan (1934 - 2016),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1972
Weitere Titel
Sammlungstitel: Gesichtslandschaft II
Übersetzung: Face Landscape II
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 130 x 162 cm
Erwerbung
1973 Ankauf vom Künstler

Objektbeschreibung

Marwan Kassab-Bachi, der sich schlicht Marwan nannte, kam 1957 aus Damaskus nach West-Berlin, wo er an der Hochschule der Künste studierte. Dort begegnete er einer Kunst, die von seiner eher impressionistisch geprägten Malweise weit entfernt war. Er setzte sich zunächst intensiv mit den abstrakten Kunstströmungen der Nachkriegszeit auseinander. Doch allmählich entwickelte er eine eigene künstlerische Sprache, die das Abstrakte und Figurative sowie das Menschliche und das Landschaftliche miteinander verschmelzen lässt. Ab Anfang der 1970er-Jahre malte er Bilder wie die surrealistisch anmutende, an Jean Dubuffets Darstellungen von Frauenkörpern erinnernde „Gesichtslandschaft II“, in denen der Kopf, das Gesicht zur Landschaft, zur Topografie innerer Zustände wird. Linien, Furchen und Farbfelder formen eine Oberfläche, die sowohl geografische als auch emotionale Dimensionen suggeriert. Die Gesichtszüge sind fragmentiert, fast aufgelöst, und dennoch bleibt das Individuum präsent. Anfangs verwendete Marwan häufig Querformate, die auf die Landschaftsmalerei Bezug nehmen, und eine zurückhaltende Farbpalette. Als die Kompositionen zunehmend abstrakt wurden, malte er auch Gesichtslandschaften im Hochformat. Nach einem längeren Aufenthalt in Paris 1973, bei dem sich Marwan mit französischen Maler*innen befasste, darunter Claude Monet, Paul Cézanne und Pierre Bonnard, erweiterte er seine Palette um Farben wie Orange, Violett und Smaragdgrün. | Catherine Nichols

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Badende

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Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger

Mädchen aus Xanten

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Der Düsseldorfer Bildhauer Zimmermann schuf Plastiken für den öffentlichen Raum und für Kirchen. Er hatte an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Alexander Zschokke studiert; kurzzeitig lebte er in Berlin (1932/1933) und Kassel (1936). Während der NS-Zeit war er beruflich erfolgreich. Das „Mädchen aus Xanten“ schuf er wohl im Auftrag der Xantener Dombauhütte. Es existierte eine Fassung aus Ton, deren Verbleib unbekannt ist. Die Bronze befand sich bereits 1937, im Jahr ihrer Entstehung, im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin. Damit changierte die Wahrnehmung der Figur: zwischen der Lesart in einem religiösen Zusammenhang und der als ideologisch geprägte, politisch sanktionierte Darstellung, die offenbar geeignet erschien, ein nationalsozialistisches weibliches Ideal zu repräsentieren. Das „Mädchen“, das eher nach einer herangereiften jungen Frau aussieht, steht solide in Lebensgröße da, die Form ist einfach und glatt. Unter der eng anliegenden Kleidung zeichnen sich die weiblichen Konturen deutlich ab, ohne Erotik auszustrahlen; die Gestalt ist kräftig, aber nicht muskulös, der Kopf mit einem Tuch bedeckt. Das Werk war wohl nie in Berlin öffentlich ausgestellt; nach 1945 geriet es, höchstwahrscheinlich aufgrund seines Besitzes durch eine NS-belastete Institution, in völlige Vergessenheit. In den 1970er-Jahren wurde es im Keller des Pergamonmuseums in einer Holzkiste gefunden und 1980 der Nationalgalerie (Ost) übergeben. | Emily Joyce Evans