Infantin
Ident. Nr.: NG 5/81
ObjID: obj:962100
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1966
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: InfantinÜbersetzung: Infanta
- Material / Technik
- Acryl auf Leinwand auf Holz
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 183 x 127 cm
- Erwerbung
- 1981 Ankauf von der Galerie R, Johanna Ricard, Nürnberg
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/962100
Objektbeschreibung
Kantor gilt als einer der wichtigsten Vertreter des absurden Theaters. Er bewegte sich zwischen Regie, Happening und Malerei. Seine figurativen und abstrakten Gemälde sowie die Assemblagen und die von ihm so genannten „Emballagen“, die auf der Einbeziehung von realen Objekten wie Regenschirmen oder Taschen beruhen, stehen seiner Haltung als Theatermacher nahe. Kantor war ein Experimentator, der, wie er selbst sagte, den „Gegenständen der niedrigeren Art“ huldigte, um die Illusion infrage zu stellen. Er überführte alltägliche, unnötige, oft alte und verfallene Gegenstände in den Bereich der Kunst. Kantors Umhüllungen von Dingen, Menschen, Phänomenen und sogar Erinnerungen entstanden aus seinem Ansatz, die Zweidimensionalität des Tafelbildes zu überwinden. In seinem Konzept bringt er „die Realität der niedrigsten Art“ mit dem Akt des Verpackens zusammen, sodass es alles – vom Mülleimer bis zur Idee der Ewigkeit – umfassen kann. In den 1960er-Jahren begann er Meisterwerke der Kunstgeschichte (u.a. von Jan Matejko, Francisco de Goya, am häufigsten von Diego Velázquez) in Form von Emballagen zu bearbeiten. Dazu schrieb er: „Ich mache eine Reihe von ,Umhüllungen‘ bekannter Museumsfiguren. Ich stelle Velázquez’ Infantin mit einer riesigen Ledertasche zusammen, wie sie früher die Briefträger benutzten.“ (Koperty, pakunki, in: ders., Metamorfozy. Teksty o latach 1934–1974, Pisma, Bd. I, hrsg. v. K. Pleśniarowicz, Wroclaw–Krakau, 2005, S. 310; Übers. der Autorin) Das Gemälde aus der Sammlung der Nationalgalerie gehört zu der Serie „Museumspersiflagen“, in der die Dekonstruktion der Aura des Meisterwerks deutlich zu erkennen ist. | Marta Smolińska
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
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Neue Nationalgalerie
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