Alpenveilchen
Ident. Nr.: A IV 312
ObjID: obj:962194
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1954
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: AlpenveilchenÜbersetzung: Cyclamen
- Material / Technik
- Öl auf Pappe
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 60 x 61 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/962194
Objektbeschreibung
„Wenn ich zu malen beginne, verwende ich Farbe sehr sparsam. Meistens ist es zunächst Ocker, dazu kommen bald Schwarz und Weiß. Damit läßt sich schon viel anfangen, da kann man einen Tonrhythmus mischen, zunächst aber neutral bleiben. Und dann steigere ich die Wärme hinein: Caput mortuum, vielleicht noch Dunkelocker […]“ (Achim Roscher, Lüttenort: Geschichten aus dem Leben Otto Niemeyer-Holsteins, Berlin 2006, S. 277). Niemeyer wählte in den schwierigen Nachkriegsjahren bevorzugt einfache Motive im unmittelbaren Umfeld und suchte sie farblich zu erfassen. Die intime Nahsicht auf die kleinen Dinge vermittelte Sicherheit. Hier sieht man einen Topf mit üppig blühenden Alpenveilchen auf der Sitzfläche eines Lehnstuhls aus hellem Holz. Dessen aus Stäben gebildete Rückenlehne hinterfängt die Pflanze. „Die Methode ist ein auf eingehender Betrachtung beruhendes, von einem sensiblen Naturell auf Ergiebigkeit befragtes, eigentlich ambitionsloses, aber höchst gefühltes und verantwortetes Abmalen.“ (Rudolf Mayer, Zu einer Gruppe früher Studien, in: Otto Niemeyer-Holstein, Ausst.-Kat. Berlin [Ost] 1976, S. 5) Niemeyer-Holstein sah sich zu dieser Zeit wie viele andere Maler in der DDR durch dogmatische Tendenzen in der Kulturpolitik, die „Formalismusdebatte“, angegriffen. So waren 1953 von der Jury der 3. „Deutschen Kunstausstellung“ in Dresden auch seine Bilder abgelehnt worden. Mit der Konzentration auf die nächste Umgebung schuf er sich eine private Gegenwelt. | Angelika Wesenberg
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
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