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Alpenveilchen

Ident. Nr.: A IV 312

ObjID: obj:962194

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Otto Niemeyer-Holstein (1896 - 1984),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1954
Systematik/Art
Weitere Titel
Sammlungstitel: Alpenveilchen
Übersetzung: Cyclamen
Material / Technik
Öl auf Pappe
Abmessungen
Höhe x Breite: 60 x 61 cm
Erwerbung
1974 Ankauf vom Künstler, Koserow/Usedom

Objektbeschreibung

„Wenn ich zu malen beginne, verwende ich Farbe sehr sparsam. Meistens ist es zunächst Ocker, dazu kommen bald Schwarz und Weiß. Damit läßt sich schon viel anfangen, da kann man einen Tonrhythmus mischen, zunächst aber neutral bleiben. Und dann steigere ich die Wärme hinein: Caput mortuum, vielleicht noch Dunkelocker […]“ (Achim Roscher, Lüttenort: Geschichten aus dem Leben Otto Niemeyer-Holsteins, Berlin 2006, S. 277). Niemeyer wählte in den schwierigen Nachkriegsjahren bevorzugt einfache Motive im unmittelbaren Umfeld und suchte sie farblich zu erfassen. Die intime Nahsicht auf die kleinen Dinge vermittelte Sicherheit. Hier sieht man einen Topf mit üppig blühenden Alpenveilchen auf der Sitzfläche eines Lehnstuhls aus hellem Holz. Dessen aus Stäben gebildete Rückenlehne hinterfängt die Pflanze. „Die Methode ist ein auf eingehender Betrachtung beruhendes, von einem sensiblen Naturell auf Ergiebigkeit befragtes, eigentlich ambitionsloses, aber höchst gefühltes und verantwortetes Abmalen.“ (Rudolf Mayer, Zu einer Gruppe früher Studien, in: Otto Niemeyer-Holstein, Ausst.-Kat. Berlin [Ost] 1976, S. 5) Niemeyer-Holstein sah sich zu dieser Zeit wie viele andere Maler in der DDR durch dogmatische Tendenzen in der Kulturpolitik, die „Formalismusdebatte“, angegriffen. So waren 1953 von der Jury der 3. „Deutschen Kunstausstellung“ in Dresden auch seine Bilder abgelehnt worden. Mit der Konzentration auf die nächste Umgebung schuf er sich eine private Gegenwelt. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 28.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Gudari

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Versammlung kurdischer Hirten vom Kolchos Lenin

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Während seines Aufenthalts auf dem Baumwollkolchos „Lenin“, den Vogeler auf seiner Reise in den Südkaukasus im Sommer 1939 besuchte, fuhr er auch in das angrenzende Hochgebirge. Dort hielt er die baumlose grüne Berglandschaft und das Leben der kurdischen und armenischen Hirten in schriftlichen Aufzeichnungen und etlichen Bildern fest. Ein Ergebnis dieser Eindrücke ist das Gemälde „Versammlung kurdischer Hirten vom Kolchos Lenin“ (A III 288), das eine Gruppe von Hirtinnen und Hirten auf einem Bergplateau zeigt. Dem vorausgegangen waren die Studie „Versammlung kurdischer Hirten“ (A III 287) sowie eine Vielzahl an Zeichnungen und Aquarellen, die sich ebenso wie die Studien zu seinen anderen Reisen zum Teil im Kupferstichkabinett, Berlin, befinden. Auch das Gemälde „Armenische Hirten“ (A III 289) ist diesem Entstehungskontext zuzurechnen. Mit den genannten Werken gab Vogeler einen Einblick in das einfache, traditionsverbundene Leben der Hirten sowie der verschiedenen Bevölkerungsgruppen, die in dieser politisch so umkämpften Region aufeinandertrafen. Sie zeigen auch die Veränderungen auf, die mit der „Eingliederung“ in die Sowjetunion verbunden waren, die Dichotomie zwischen Alt und Neu, Tradition und Fortschritt, wie sie in dem 1940 entstandenen Gemälde „Sowjetgut Lissogorsk, Armenien“ (A III 290) zu erkennen ist. Während sich im Hintergrund jenes Bildes vor den beeindruckenden grünen Bergrücken des Nordkaukasus die modernen weißen Stallgebäude des Sowjetgutes erstrecken, sieht man im Vordergrund die traditonellen braunen Jurten der einheimischen Bevölkerung. | Maike Steinkamp

Liebespaar

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Die kleinplastische Aktdarstellung eines Mannes, der eine Frau bedrängt, wurde 1972 von der seit 1924 in Dresden existierenden Galerie „Kunstausstellung Kühl“ als eine undatierte Arbeit des Bildhauers Christoph Voll (1897–1939) erworben, der von 1911 bis 1924 in Dresden gelebt hatte. Diesem Umstand entsprechend wurde das Werk nach dem Ankauf mit der Angabe 1923/1924 publiziert (Realismus und Sachlichkeit. Aspekte deutscher Kunst 1919–1922, Berlin [Ost] 1974, S. 221, Kat.-Nr. 320). Stilistisch passt es aber eher zu den um 1937/1938 entstandenen späten Arbeiten. Die Verfasserin des Voll-Werkverzeichnisses äußerte 1994 Zweifel an der Urheberschaft des Bildhauers. Zwar entspreche die bewegte Szene mit den stämmigen Körpern durchaus dessen Darstellungsweise, doch gebe es auch deutliche Unterschiede: „Eine so dünne, glatte Sockelplatte zum Beispiel findet sich nirgends bei Voll […]. Ausschlaggebend für den Zweifel ist jedoch die Körperauffassung. […] Gesichter und Körper sind vereinfacht, erscheinen naiv und ungelenk. […] Das gesamte Œuvre Volls kennt keine solche Kombination von glatten, fast starren plastischen Formen und einem ausgesprochen erzählerischen Bewegungsmotiv. […] Insofern ist es eher unwahrscheinlich, daß die Bronze von Voll stammt. Vielleicht gehört sie zu einem der anderen Dresdener Bildhauer, deren Œuvre[s] nur bruchstückhaft zugänglich sind, beispielsweise Eugen Hoffmann“ (Anne-Marie Kassay-Friedländer, Der Bildhauer Christoph Voll, 1897–1939, Worms 1994, S. 228 f.). | Dieter Scholz