Die rote Wolke
Ident. Nr.: NG 23/67
ObjID: obj:963010
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1966
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Die rote WolkeOriginaltitel: La nuvola rossa / Una nuvola rossaÜbersetzung: The Red Cloud
- Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 130 x 161 cm
- Erwerbung
- 1967 Ankauf von Romeo Toninelli, Mailand
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/963010
Objektbeschreibung
Als Vertreter eines kritischen Realismus wurde Guttuso in den Nachkriegsjahrzehnten international bekannt. Seine Vorstellung von einer sozial und politisch orientierten Kunst war durch Picassos Antikriegsbild „Guernica“ (1937) geprägt worden. 1940 war Guttuso der im Untergrund operierenden Kommunistischen Partei Italiens beigetreten. Im selben Jahr entstand ein „Stillleben mit Widderschädel und Lampe“ (Sammlung Giuseppe Merlini, Busto Arsizio), dessen Gegenstände vor einem leuchtend roten Tuch drapiert sind. Für den Zyklus „Autobiographische Bilder“, zu dem „Die rote Wolke“ gehört, radikalisierte Guttuso 1966 diese Bildidee, indem er die rote Farbe großflächig und eigenwertig einsetzte. Begleitend schrieb er: „In der Werkstatt des Malers sammeln sich allerlei Dinge: Symbole, die sich mit Bedeutung auffüllen, und die je nach den wechselnden Bedingungen, unter denen der Maler sie aufgreift, verschiedene Bedeutung annehmen. So die Heizplatte, auf der man den Kaffee wärmt und das Ei brät, so die Zange, der Hammer oder ein rotes Tuch, ein Korb, ein Buch. Auch der Revolver und der Widderschädel. Der Widderschädel ist in den Jahren 1937 und 1938 das Symbol des Krieges in Spanien; der verwitterte Totenkopf und der Revolver eine Vorwarnung oder eine Vorbedeutung oder ein Gedanke für das, was sich wenige Jahre später ereignen sollte. Am Abend drang vom Monte Mario die Abendröte wie eine riesige rote Wolke in das Atelier. Wie eine Flagge der Hoffnung und der Freiheit.“ (zit. nach Werner Haftmann, Guttuso. Autobiographische Bilder, Frankfurt am Main 1973, S. 91) | Dieter Scholz
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
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