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Spätsommergarten

Ident. Nr.: A III 438

ObjID: obj:963176

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Paul Wilhelm (1886 - 1965),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1952
Weitere Titel
Sammlungstitel: Spätsommergarten
Übersetzung: Garden in Late Summer
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1957
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 80 x 120 cm
Erwerbung
1957 Ankauf vom Künstler, Dresden, aus Mitteln des Kulturfonds der DDR

Objektbeschreibung

Von 1920 bis zu seinem Tod wohnte der Maler Wilhelm auf dem Grundstück Gradsteg 46 in Dresden-Radebeul. Hier zeigt er einen Blick durch seinen Garten auf das Haus. Den Vordergrund bestimmt der über Jahrzehnte immer neu gezüchtete Rittersporn in verschiedenen Farben, im Hintergrund sieht man das Wohnhaus mit Veranda, das kapellenartige Waschhaus, davor den Hühnerstall und rechts die abschirmende Backsteinmauer. 1940, während des Krieges, hatte Wilhelm seine Frau im Schutz dieser Mauer zwischen den mannshohen Stauden dargestellt („Marion in Weiß mit Rittersporn“, A IV 264), nun ist das Blickfeld weiter, aber der Eindruck eines geschlossenen, geschützten Raumes bleibt. Ludwig Justi, der 1956 mit Fritz Cremer und dann Paul Wilhelm seine Reihe von Personalausstellungen in der Nationalgalerie (Ost) begann, zeigte beide Werke. Die Eröffnungsrede im Museum hielt der junge Kunsthistoriker Werner Schmidt: Er lobte die gleichbleibend hohe Malkultur des unterdessen 70-Jährigen und den spezifisch eigenen Ausdruck: „Eine große Sehnsucht zieht sich als Leitlinie durch das Schaffen Paul Wilhelms. Er sucht Schönheit, und er findet sie bei Blumen und Bäumen, Bergen und Wolken, Häusern und Menschen. Er weiß, wie vieles auf der Welt fragwürdig bleibt. […] Erst der leise Hauch von Wehmut, der bald mehr, bald weniger über die wundersamen Dinge und Farben gebreitet ist, läßt uns das Schöne glauben.“ (gedruckte Einlage in: Paul Wilhelm. Gemälde, Aquarelle, Ausst.-Kat. Nationalgalerie, Berlin [Ost], 1957) Im Anschluss an die Ausstellung erwarb Justi mit Mitteln des Kulturfonds das Bild vom Künstler. Eine ähnliche Darstellung von 1953 befindet sich in der Galerie Neue Meister, Dresden. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Badende

Badende

Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger

Mädchen aus Xanten

Mädchen aus Xanten

Der Düsseldorfer Bildhauer Zimmermann schuf Plastiken für den öffentlichen Raum und für Kirchen. Er hatte an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Alexander Zschokke studiert; kurzzeitig lebte er in Berlin (1932/1933) und Kassel (1936). Während der NS-Zeit war er beruflich erfolgreich. Das „Mädchen aus Xanten“ schuf er wohl im Auftrag der Xantener Dombauhütte. Es existierte eine Fassung aus Ton, deren Verbleib unbekannt ist. Die Bronze befand sich bereits 1937, im Jahr ihrer Entstehung, im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin. Damit changierte die Wahrnehmung der Figur: zwischen der Lesart in einem religiösen Zusammenhang und der als ideologisch geprägte, politisch sanktionierte Darstellung, die offenbar geeignet erschien, ein nationalsozialistisches weibliches Ideal zu repräsentieren. Das „Mädchen“, das eher nach einer herangereiften jungen Frau aussieht, steht solide in Lebensgröße da, die Form ist einfach und glatt. Unter der eng anliegenden Kleidung zeichnen sich die weiblichen Konturen deutlich ab, ohne Erotik auszustrahlen; die Gestalt ist kräftig, aber nicht muskulös, der Kopf mit einem Tuch bedeckt. Das Werk war wohl nie in Berlin öffentlich ausgestellt; nach 1945 geriet es, höchstwahrscheinlich aufgrund seines Besitzes durch eine NS-belastete Institution, in völlige Vergessenheit. In den 1970er-Jahren wurde es im Keller des Pergamonmuseums in einer Holzkiste gefunden und 1980 der Nationalgalerie (Ost) übergeben. | Emily Joyce Evans